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Betreuung & Pflege

AKTION „Demenzfreundliche Stadt“ Passau und Schärding machen vor, wie es geht.

Als ich den Begriff zum ersten Mal gehört habe, war meine Neugierde groß. Demenzfreundliche Stadt? Was kann ich mir darunter vorstellen? Wozu soll diese Aktion dienen?

Sicher stellen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser diese Frage. Darum habe ich für Sie bei der Initiatorin nachgefragt. Es handelt sich dabei um Bianca Mattern, die in Passau den Betreuungsdienst NONNA ANNA® betreibt und zusätzlich deutschlandweit als Referentin und Dozentin in Sachen Demenz sehr gefragt ist.
Bianca Mattern ist in ihrem Grundberuf Montessoripädagogin und Montessoritherapeutin und war vor vielen Jahren die erste, die die Errungenschaften der Montessoripädagogik auf Senioren und vor allem Menschen mit Demenz übertragen hat.

„Hilf` mir, es selbst zu tun!“ lautete der Wahlspruch von Maria Montessori. Dieser gilt auch für den Umgang mit Senioren. „Vor allem Menschen mit Demenz darf man nicht in Watte packen“, meint Bianca Mattern. „Sie brauchen eine Herausforderung und eine Aktivierung. Wer rastet der rostet, auch und gerade wenn er/ sie dement ist. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass Menschen mit Demenz am ganz normalen Leben teilnehmen können. Ein Tässchen Tee im Café, ein Konzertbesuch im Theater, eine Behandlung der Lieblingskatze beim Tierarzt, eine neue Brille beim Optiker, ein Gespräch in der Anwaltskanzlei in Sachen Testament, eine neue Bluse für die Feierlichkeiten zum runden Geburtstag. Es gibt so viele Gelegenheiten, für die es Dienstleister und Geschäfte braucht, die darauf vorbereitet sind, wenn Kunden kommen, die demenziell erkrankt sind.

Der Umgang mit Menschen mit Demenz braucht zum einen Verständnis und Geduld, zum anderen Fingerspitzengefühl und Wissen. Am wichtigsten jedoch ist die Bereitschaft. Das alles ist es, was wir mit der Verleihung des Talers „Demenzfreundlich“ auszeichnen wollen. Pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz wissen, dass sie in Betrieben, die von uns ausgezeichnet werden, gut aufgehoben sind. Sie können sicher sein, dass sie gut behandelt werden und dass es in diesen Unternehmen menschlich zugeht.“

Wer hat die Auszeichnung „demenzfreundlich“ verdient? Bitte schlagen Sie Unternehmen vor, mit denen Sie gute Erfahrungen gemacht haben! Wenn Sie selbst ein Unternehmen leiten, das demenzfreundlich arbeitet, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Städte und Kommunen, die mitmachen wollen bei der Aktion „Demenzfreundliche Stadt“, sind ebenfalls herzlich willkommen.