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Bianca Mattern Bianca´s Kolumne Eva-Maria-Popp Interviews & Stories

Interview mit Til Schweiger

EMP: Herr Schweiger, Sie erscheinen in vielen Filmen als cooler, harter Kerl. In den Streifen, die Sie selbst produzieren wenden Sie sich hingegen häufig sozialen Themen zu. Da geht es um Bereiche wie Alleinerziehende, Partnerkonflikte, Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf und nun, mit „Honig im Kopf“ packen Sie das Thema Demenz an. Wie passt das zusammen?

Til Schweiger: Ich bin nicht so cool und hart, wie es manchmal erscheint, ganz im Gegenteil: ich habe eine große weibliche Seite in mir und Filmstoffe wie Familie, Freundschaft, Liebe, Entfremdung interessieren mich sehr. Das gilt sowohl für mich als Filmemacher und Schauspieler aber auch als Zuschauer. So hat mich der Film „Hereafter – Das Leben danach“ besonders angesprochen. Dieses berührende Fantasydrama, das um Themen wie das Jenseits, Spiritualität, Vergänglichkeit und die Bewältigung von Trauer kreist und mit Clint Eastwood und Matt Damon von hervorragenden Kollegen besetzt wurde habe ich in Kananda gesehen. Es hat mich sehr berührt und noch lange danach beschäftigt.

EMP: Wollen Sie mit Ihren Filmen dazu beitragen, dass aus Tabuthemen Trendthemen werden?

Til Schweiger: Nein, nicht generell. Das Hauptziel meiner Filme ist es, Menschen zu unterhalten und sie in eine eigene Welt zu entführen. Ich will die Menschen einladen die Filme anzuschauen und die Botschaften zwischen den Zeilen und die kleinen Botschaften zu erkennen.

EMP: Sie haben für längere Zeit in den USA gelebt. Dort geht man mit Handicaps wesentlich lockerer und selbstverständlicher um als in Deutschland. Glauben Sie, dass in der Folge die Lebensbedingungen für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen in USA besser sind?

Til Schweiger: Ich habe mich für den aktuellen Film „Honig im Kopf“ intensiv mit dem Thema Demenz beschäftigt, um im Film möglichst authentisch zu kommunizieren, was es damit auf sich hat. Allerdings habe ich meine Recherchen eher in Deutschland durchgeführt. Wie es Demenzkranken in Amerika geht weiß ich aktuell nicht.

EMP: Ich habe gelesen, dass Ihr Opa dement war und dass Sie ihn betreut haben. Hat die Vorbereitung auf den Film und die damit verbundene intensive Auseinandersetzung mit der Demenz die Erinnerung an die Zeit mit dem Opa intensiviert und erneuert?

Til Schweiger: Ich habe meinen Opa einen Sommer über 6 Wochen betreut, damit meine Oma auf Kur gehen konnte. Damals habe ich viel gelernt und intensive Erfahrungen gemacht, an die ich mich während der Vorbereitung auf den Film aber auch während der Dreharbeiten immer wieder
erinnert habe.

EMP: Haben Sie sich schon einmal mit dem Gedanken beschäftigt, dass Sie selbst dement werden könnten?

Til Schweiger: Natürlich! Ganz klar! Nachdem Abschluss der Dreharbeiten habe ich einen Alzheimertest gemacht. Wenn man sich so intensiv mit der Materie beschäftigt denkt man bei jedem Vergessen, dass das die ersten Anzeichen sein könnten.

EMP: Haben Sie eine Botschaft für unsere Leserinnen und Leser, die sowohl Senioren, als auch pflegende Angehörige sind?

Til Schweiger: Ja, ich habe eine Botschaft: Es sind die Kinder, von denen wir den richtigen Umgang mit Menschen mit Demenz erlernen können. Wie die Tilda im Film sollte man lernen, sich auf die Demenz in all ihren Facetten einzulassen, statt immer dagegen anzukämpfen. Deshalb braucht es in Zukunft viele Kinderprojekte, denn Kinder verstehen instinktiv, was ein Mensch mit Demenz braucht.

EMP: Vielen Dank für das Gespräch auch im Namen unserer Leserinnen und Leser und vor allem vielen Dank für den Film „Honig im Kopf“. Ein Klasse Film, der zugleich berührt und lehrt !

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Beauty & Mode Eva-Maria-Popp

Mode von WI-CARE

Macht das Leben bunt und leicht

Es ist Vormittag und ich sitze im Kontor der Firma Wi-Care in Geldermalsen in Holland. Ich bin gespannt auf Wilma Verhoeks, die Chefin. Schon beim ersten Telefonat hat sie einen sehr liebenswerten und kompetenten Eindruck gemacht. Gleich habe ich gespürt, dass hinter Wi-Care eine energische Frau mit Selbstbewusstsein aber vor allem Charme und viel Gefühl steht.

Dieser Eindruck bestätigt sich spätestens nach den ersten Worten, die wir im Kontor miteinander wechseln. Sympathie pur! Nun tauche ich ein in die Welt der Stoffe und Farben, Schnitte und Accessoires. Im
Hintergrund rattern die Maschinen und Gert, der Zuschneider lässt seine Schere über den Tisch gleiten.

Wilma erzählt mir, wie sie zu Wi-Care kam. Jahrelang war sie als Dozentin für Design an einer Hochschule tätig, bis sie schwanger wurde. Die Pause vom Job nutzte sie, um ihren Traum von der eigenen Firma zu verwirklichen und der Zufall brachte sie zur heutigen Kernkompetenz: Mode für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Seither entsteht im Wi-Care Kontor schicke und gleichzeitig funktionelle Bekleidung für Menschen, die nicht von der Stange kaufen können. So trifft es sich gut, dass ich bei meinem Besuch in Holland Ans treffe. Sie ist 65 Jahre alt und sitzt seit einem Schlaganfall im Rollstuhl. Ans legt großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres und modische, vor allem farbig abgestimmte Kleidung. Mit eindrucksvollen Worten erklärt mir Ans, wie sie sich gefühlt hat, als sie als Rollstuhlfahrerin einfach keine passende Kleidung gefunden hatte, die sowohl schick und modisch, als auch den besonderen Bedürfnissen einer Rollstuhlfahrerin angepasst war. „Ich habe mich gefühlt wie Aschenputtel, nundank Wi-Care – bin ich wieder
die Prinzessin.“

Da gibt es die Panchos, die in strahlenden Farben vor mir hängen und sowohl für Rollstuhlfahrer, aber auch schwangere Frauen, vielbeschäftigte Autofahrerinnen, junge Mütter und Seniorinnen Farbe und vor allem Bewegungsfreiheit ins Leben bringen. Klasse Idee. Nun verstehe ich Wilmas Slogan: Wi-care verbindet.

Natürlich kann ich dem Reiz der Farbenpracht, aber auch dem ausgesprochenen Schick eines Panchos in strahlendem Magenta nicht widerstehen und kaufe meinen ersten Wi-Care Pancho. Der passt mir so gut, dass Wilma mich als Model engagiert und so bin ich live dabei beim Fotoshooting ein paar Wochen später. Auch das ist eine interessante Erfahrung. Hier lerne ich die vielen praktischen Details eines Panchos kennen, die gerade Rollstuhlfahrern das Leben stark erleichtern.

Mir schenkt der neue Pancho absolute Bewegungsfreiheit im Auto, beim Einkaufen und als Großmutter mit meinem Enkel auf dem Arm. Für Seniorinnen mit einem Schultersyndrom kann ich mir die Freude vorstellen, beim Anziehen keine Schmerzen mehr zu haben.

Aber auch für die anderen Wi-Care Produkte kann ich mich begeistern, weil ich verstehe, was sie für die Menschen, die sie tragen bzw. für ihre pflegenden Angehörigen und Pflegepersonen an Erleichterung bedeuten. Da ist der patentierte Ganzkörperanzug aus reißfestem Stoff, der Menschen mit Demenz davor schützt sich zu verunreinigen oder sich selbst zu verletzen.

Interessant auch die verschiedenen Badecapes, mit denen Menschen im Rollstuhl warm und mollig aber vor allem würdevoll und geschützt vor fremden Blicken vom Bad zurück ins Zimmer gebracht werden.
Auch die besondere Funktion der Sitzschalenjacke leuchtet mir ein: Menschen mit einer Körperbehinderung, die in einer Sitzschale sitzen und stark bewegungseingeschränkt sind schätzen diese Jacke, die vorne modisch aussieht und hinten einen zweckmäßigen Klettverschluss hat, der ein umständliches Anziehen unnötig macht.

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Eva-Maria-Popp Freizeit Städte & Kultur

München erleben mit den Enkelkindern

Die Weltstadt mit einem Herz für Kinder

Ein Ausflug mit den Enkeln als Quell` der Lebensfreude für Jung und Alt

ein Reisebericht von Eva-Maria Popp

Wir Großeltern sind für unsere Enkelkinder eine Quelle des Wissens und der Impulse. Wir dürfen uns freuen, unseren Kleinen die nahe und die weite Welt zu zeigen. Wir können dabei wichNge Meilensteine in den Lebensentwürfen der Kinder setzten. Die Lust an Kunst und Kultur, an Musik und Malerei, an WissenschaO und ganz allgemein die Neugierde auf Leben werden im Kindesalter gelegt.

Ich habe im Moment fünf Enkelkinder, zwei Jungen im Alter von sechs und vier Jahren und drei Mädchen, die vier und zwei Jahre und drei Monate alt sind.

Regelmäßig fahre ich, außer mit dem Baby, mit allen in eine größere Stadt, um ihnen die Schönheiten der Architektur und Kunst zu zeigen. Wir streifen durch die Parks und Straßen und erkunden die Details an Fassaden, Brunnen und Skulpturen. Wir entdecken dabei viele wilde Tiere, wie Löwen, Elefanten und Böcke aber auch Ungeheuer, wie Drachen und Monster. By the way spinnen wir um die Kunstgegenstände Abenteuergeschichten. Der pädagogische Wert liegt auf der Hand. Die Kinder lernen genau beobachten, auf Details zu achten, zu sprechen, zu erzählen und Phantasiegeschichten zu erfinden. Das ist unendlich wertvoll.

Die Kindererlebnis-Tour durch Münchens Zentrum beginnt

München eignet sich sehr gut für diese Kindererlebnistouren. Die Löwen sind in München allgegenwärtig, ist der bayerische Löwe doch weltberühmt.

Da ist der „Glückslöwe“ vor der Münchner Residenz. Eine Sage berichtet, dass das Berühren der Löwenschnauze lebenslanges Glück schenkt. Das ist für die Kinder natürlich sehr aufregend. Neben dem Glückslöwen holen wir uns eine Brotzeit im Frank. Damit schlendern wir auf eine gemütliche Bank im Hofgarten und genießen die köstlichen Frank`schen Sandwiches. Für mich ist eine kühle Weinschorle dabei.

Kunst und Kultur für Kinder

Danach führen wir unsere Kunsttour for kids weiter in den Arkaden der Residenz, die den Hofgarten säumen. Dort erzählen riesige Wandgemälde von Münchens Stadtgeschichte und den Ereignissen der Wittelsbacher.

Diese Gemälde schenken die Möglichkeiten zur ausgiebigen Bildbetrachtung. Das gibt es viel Stoff für Erzählungen. Auch die Brunnen im Hofgarten sind voller wilder Tiere. Im Anschluss geht es auf ein leckeres Eis am Salvatorplatz in eine Filiale des Cafés Münchner Freiheit. Dieses Eis ist hausgemacht, stadtbekannt und schmeckt hervorragend. Mit den Eistüten bewaffnet begeben wir uns hinter das Literaturhaus. Dort stehen im Sommer Liegestühle für alle, die die Füße hochlegen wollen. SUPER für Granny und Kids.

Allmählich werden wir alle müde. Für meine Kleinen reicht dieses Programm voll und ganz. Nach dem Asphalttreten und vor allem den vielen Eindrücken und Abenteuergeschichten freuen sich Sofia und Paula auf ein Nickerchen im Auto.

Der nächst Ausflug durch München ist schon in Planung

Ich werde für Sie, liebe Leserinnen und Leser in den nächsten Wochen immer wieder über München Touren mit meinen Kindern berichten, so dass Sie auch die anderen erlebnisreichen Ecken kennenlernen werden.

Und nun hoffe ich, dass auch Sie sich auf kunstvolle Erlebnistouren mit Ihren Enkelkindern machen werden.

Viel Spaß dabei wünscht Ihnen

Eva-Maria Popp

Glückslöwe: https://www.das-muenchner-kindl.de/einmal-streicheln-bitte-die-gluecks-schnauzen-vor-derresidenz/

Frank: https://www.frank-wein.bar/

München: https://www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten/orte/120231.html

Münchner Freiheit: https://muenchner-freiheit.de/

Literaturhaus München: https://www.literaturhaus-muenchen.de/

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Eva-Maria-Popp Interviews & Stories

150 Jahre Franz Lehár – wir gratulieren von Herzen

Eine Gratulationscour von Eva-Maria Popp

Was wäre der Himmel voller Geigen –  in unseren Herzen, unseren Ohren, unseren Konzertsälen und im Besonderen in Bad Ischl ohne den großen Komponisten Franz Lehár.

„Dein ist mein ganzes Herz.“

Ja, lieber Franz Lehár, so ist es. Wir lieben dich, wir verehren dich, wir schwelgen in deinen Melodien. Du zauberst uns mit deiner Musik die Sonne ins Herz.

Wie gerne hätten wir dir zu deinem großen Geburtstagsjubiläum am 30. April in Bad Ischl die Ehre gegeben. Wie gerne hätten wir dich besucht und mit dir undden geladenen Honoratioren gebührend gefeiert.

Corona hat uns allen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb müssen wir alle zuhause bleiben. Umso mehr freuen wir uns über die gelungene Überraschung deiner Heimatgemeinde Bad Ischl und der Lehár Festspiele.

Gemeinsam mit Salzkammergut TV haben die Gemeinde Bad Ischl und die Festspielleitung eine besondere Sendung produziert. Gezeigt werden Raritäten, noch nie veröffentlichtes Bild- und Filmmaterial über dich, den Bad Ischler Ehrenbürger, sowie Interviews mit prominenten Vertretern des Genres, die ihre Erfahrungen mit deinem Gesamtwerk thematisieren!

Die Erstausstrahlung findet am Donnerstag, 30. 4., um 20 Uhr statt und kann auch über einen Livestream auf http://www.fotohofer.at/ gesehen werden.
Sie wird auch danach über Youtube weiterhin zu sehen sein!

Franz Lehár und sein Leben

Franz Lehár wurde am 30. April 1870 in Komorn in Österreich-Ungarn geboren, heute liegt der Ort in der Slowakei. Lehár, dessen Vater bereits Militärkapellmeister war, sollte nach seinem Studium u. a. bei Antonin Dvorak  jüngster Militär-Kapellmeister der k.u.k. Armee werden. Diese Tätigkeit führte ihn nach Pula, Triest, Budapest und schließlich Wien, wo er sich der Operette widmete. „Die lustigen Witwe“, Uraufführung 1905, wurde zu einem Welterfolg. Weitere große Erfolge folgten: „Der Graf von Luxemburg“, „Zigeunerliebe“ und „Eva“.

Die Villa in Bad Ischl erwarb Franz Lehár im Jahre 1912 von der Herzogin von Sabran. Bis zu seinem Tod verbrachte er fast alle Sommer in Bad Ischl und fühlte sich in seiner Villa an der Traun stets wohl und stellte fest: „In Ischl habe ich immer die besten Ideen…“.

Viele seiner Meisterwerke hat er hier geschaffen. 1948 wurde er Ehrenbürger der Stadt Bad Ischl. Am 24. Oktober 1948 ist er in seiner Bad Ischler Villa verstorben. Sein Grab befindet sich auf dem Bad Ischler Stadtfriedhof.

Sein Nachlass in Bad Ischl wurde in das Verzeichnis des UNESCO-Dokumenterbes „Gedächtnis der Menschheit“ aufgenommen. Im „Stöckl“, dem Nebengebäude seiner Villa wird bald ein Opettenarchiv zur Verfügung stehen. In Zusammenarbeit der Stadtgemeinde mit dem Bundesdenkmalamt und der Kulturdirektion des Landes OÖ laufen Vorarbeiten für eine umfassende Renovierung der Lehár Villa. Sein musikalisches Erbe pflegt das Bad Ischler Lehár Festival.

Gut zu wissen:

Franz Lehár ist Motiv einer Sonderbriefmarke der Österreichischen Post, die am 11. Juli bei einem Sonderpostamt in Bad Ischl erstmals ausgegeben wird.

Liebe Leserinnen und Leser der „WIA – Wohlfühlen im Alter“,

Wir hoffen sehr, dass wir Ihnen mit diesen interessanten Informationen über den Operettenkönig Franz Lehár die Zeit der coronabedingten Kontaktsperre etwas erleichtern konnten. Wie immer bringen wir die große weite Welt der Musik, der Kultur, des Reisens, der Gesundheit und der Pflege in ihr Wohnzimmer.

Ihre Eva-Maria Popp

Wohlfühlen im Alter

Chefredakteurin

Lesen Sie auch unsere bisherigen Artikel über Bad Ischl unter folgenden Links:

https://www.wia-magazin.de/index.php/sisi-in-bad-ischl/

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Eva-Maria-Popp Im Gespräch Interviews & Stories

Kaiserwetter für die kaiserliche Hoheit

Erzherzog Markus von Habsburg-Lothringen wurde 70

Strahlend blau und frühlingsmild zeigte sich die Sonne am Nachmittag des 02. April und unterstrich die fröhliche Gelassenheit mit der seine kaiserliche Hoheit, Erzherzog Markus von Habsburg-Lothringen in der berühmten Kaiservilla von Bad Ischl seinen 70. Geburtstag feierte.

Der hochherrschaftliche Park der Kaiservilla inmitten der beeindruckenden Bergwelt des Salzkammerguts dient als passende Kulisse für ein stimmungsvolles Fest, das schöner nicht hätte sein können. Viele fleißige Hände servieren raffinierte Getränke wie Erdbeeren auf Champagner und edle Weine. Auch die Menükarte überrascht mit feinen Speisen nach bester österreichischer Traditionsküche.

Ehrenkompanien umrahmen das kaiserliche Fest mit bunten Uniformen und Salutschüssen und viele der Gratulanten sind in Bad Ischler Tracht gekleidet, was dem Fest eine besondere Note gibt.

Die Kaiservilla kennen Sie, liebe Leserinnen und Leser aus den berühmten Sissifilmen mit Romy Schneider. Der junge Kaiser Franz Joseph verliebte sich in der Kaiservilla, die der Familie seit jeher als Sommerresidenz diente, in die bildhübsche Sissi. So war es die Kaiservilla, in der der Aufstieg der kleinen bezaubernden bayerischen Prinzessin Elisabeth zur legendären Kaiserin von Österreich begann.

In diesem geschichtsträchtigem Haus bin ich heute eingeladen um exklusiv für Sie von diesem kaiserlichen Geburtstagsfest zu berichten. Sissi ist die Urgroßmutter unseres Jubilars. Erzherzog Markus kann sich noch gut an seine Großmutter Valerie erinnern, die Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph, wie er mir bei einem Gläschen Wein erzählt.

Das Jahr seines 70. Geburtstages fällt zusammen mit dem 100. Todestag seines Urgroßvaters Kaiser Franz Joseph, der 1916 gestorben ist.

Dieses Ereignis wird derzeit in ganz Österreich mit zahlreichen Jubiläumsausstellungen begangen. Seit 40 Jahren ist die Kaiservilla nun im Besitz von Erzherzog Markus, der in einem Seitenflügel der kaiserlichen Residenz mit seiner zauberhaften Frau Hilde und den drei inzwischen erwachsenen Kindern wohnt und das herrschaftliche Haus zugleich Museum betreibt. Als Jurist weiß er worauf es ankommt einen Betrieb zu führen.

Seine kaiserliche Hoheit hat 12 Geschwister und ist über die Hochzeiten seiner Schwester mit dem regierenden Haus derer von Liechtenstein verbunden. Auch der Erbprinz von Baden ist sein Schwager und viele andere Mitglieder des europäischen Hochadels sind mit der erzherzoglichen Familie verwandt.

Ich freue mich, dass ich exklusiv für die Leserinnen der Neuen Post dabei sein darf, bei dieser besonderen Geburtstagsfeier und habe natürlich ein besonderes Geschenk dabei: Das Kinderbuch „Kaiser für Kinder“, das aus meiner Feder stammt und das Leben und Wirken von Kaiser Franz Joseph speziell für Kinder beschreibt.

Ich habe die Ehre mein Buch für den Erzherzog persönlich zu signieren und es ihm als persönliches Geschenk zu überreichen. Er hat sich sehr darüber gefreut und bedankt sich mit einer privaten Führung durch die Kaiservilla bei mir.

Es ist wunderbar seine Erzählungen aus der Geschichte zu hören, wenn er durch das Haus geht. Die Kaiservilla ist kein gewöhnliches Museum, es lebt durch die Anwesenheit der Familie des Erzherzogs.

Danach habe ich die Ehre mit dem ältesten Sohn, Erzherzog Valentin und seiner Frau Christine zu sprechen. Der Diplomingenieur für IT Sicherheit und die Architektin leben derzeit noch in Wien und erwarten in Kürze ihr erstes Baby. Wir unterhalten uns über das Leben in der großen Familie der Habsburger und ich erfahre, dass es in regelmäßigen Abständen eine Wallfahrt nach Rom gibt, zu der sich alle Familienmitglieder aus der ganzen Welt treffen.

Noch immer gelten die Hausgesetze der Habsburger. Das heißt dass das derzeitige Oberhaupt der Familie Habsburg, Erzherzog Karl der Heirat des jungen Paares zustimmen musste.

Nach dem Dessert plausche ich mit der österreichischen SocietyLady Eva Gräfin von Walderdorff, die eine sehr enge Freundin Hilde und Markus ist, wie sie das erzherzogliche Paar liebevoll nennt. Sie ist aber auch mit vielen anderen Habsburgern eng befreundet, wie Erzherzog Karl und seiner Frau Francescar Baronin von Thyssen-Bornemisza. Ich bewundere den schönen Trachtenschmuck der Gräfin und so entdecken wir unsere gemeinsame Liebe für edles Metall und wertvolle Steine. Die Gräfin berichtet mir daraufhin von ihrem Hochzeitsdiadem aus der edlen Wiener Juwelierwerkstatt Köchert, das sie von ihrem Ehemann zur Hochzeit bekam. Prinz August aus Hannover hat es persönlich bewundert und als besonders schönes Stück bezeichnet, als es bei Köchert zu einer Jubiläumsausstellung zusammen mit dem berühmten Haarschmuck der Kaiserin, den Sisisternen, gezeigt wurde.

Da das angeregte Gespräch immer wieder von Musikdarbietungen für den Jubilar unterbrochen wird verabrede ich mich mit der Gräfin zu einem Nachmittagskaffee in Salzburg. Dort werden wir unsere Unterhaltung weiterführen und das eine oder andere gemeinsame Projekt besprechen.

Nach einem bezaubernden und ganz besonderen Nachmittag mahnt die untergehende Sonne die zahlreichen Gäste zum Aufbruch und ein wunderschönes Fest geht zu Ende.

Ich freue mich schon auf meinem nächsten Besuch in der Kaiservilla und viele gemeinsame Projekte mit der sympatischen Familie von Habsburg.

Danke für die Einladung auch im Namen meiner Leserinnen und Leser an Erzherzog Markus von Habsburg Lothringen und seine Familie.

Wenn auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, das besondere Ambiente der Kaiservilla erleben wollen, dann machen Sie sich auf nach Bad Ischl und grüßen Sie den Erzherzog von mir, wenn Sie Ihn treffen. Die Kaiservilla in Bad Ischl ist immer eine Reise und einen Besuch wert.

Herzliche Grüße aus der Kaiservilla.

Ihre Eva-Maria Popp

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Eva-Maria-Popp Interviews & Stories

Sisi in Bad Ischl

Urenkel Erzherzog Mag. Markus Habsburg-Lothringen öffnet für die WIA die Pforten der Kaiservilla in Bad Ischl

Heute befinde ich mich im Traumland, in der Kaiservilla in Bad Ischl, im Wunderschönen Salzkammergut. Seiner kaiserliche Hoheit, Erzherzog Markus Habsburg-Lothringen und seine bezaubernde Gattin Hilde öffnen mir die Türen. Der Erzherzog ist ein Urenkel der legendären Kaiserin Elisabeth und von Kaiser Franz Joseph.

Als Besitzer der Kaiservilla ist er nicht nur ein Bewahrer der Familiengeschichten und Traditionen sondern auch der Bewahrer der wunderbaren Kaiservilla und des dazugehörenden Parks. Einst hat die jüngste Kaisertochter Marie Valerie, die als Sisis Lieblingskind galt, die Villa in Bad Ischl von ihren kaiserlichen Eltern geerbt. Sie ist die verehrte Großmutter unseres Gastgebers.

Markus Habsburg-Lothringen: „Mein Vater wiederrum hat sie noch persönlich gekannt und erlebt die berühmte Kaiserin Elisabeth, meine Urgroßmutter.

Er hat uns Kindern immer wieder die Anekdote erzählt, dass er sich deutlich erinnern könne, als er als kleiner Junge dabei war, als die Haarpracht der Kaiserin, deren bodenlanges Haar, stundenlang von den Zofen gekämmt wurde.“

Erzherzog Markus, der in Österreich schlichtweg Herr Magister Habsburg-Lothringen heißt, weil dort sämtliche Adelstitel nach der Revolution von 1918 abgeschafft wurden, ist ein wundervoller Erzähler und Gastgeber. Ich könnte ihm stundenlang zuhören, als er mich im privaten Speisezimmer der Villa zur Teestunde mit österreichischem Jausengebäck empfängt.

So erfahre ich, dass die Kaisertochter Marie Valerie nach der Revolution in den 20er Jahren einen Teil des Parks an die Gemeinde Bad Ischl verkauft hat um ihrer Familie in schweren Zeiten finanziell über Wasser zu halten. Dort befinden sich nun das Freibad des berühmten Kurorts.

Nach dem zweiten Weltkrieg war die Kaiservilla vollbesetzt mit geflohenen habsburgischen Familienmitgliedern aus den ehemaligen Kronländern wie Ungarn und Böhmen, weil dort der Kommunismus Einzug hielt. Bei aller kaiserlichen Pracht der Villa war diese Zeit geprägt von Hunger, Not und Entbehrung, wie überall nach dem Krieg. Im Park wurden Gemüsebeete bewirtschaftet, um die große Familienschar satt zu bekommen.

Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei und Villa und Park erstrahlen schon seit langem wieder in hochherrschaftlichem Glanz und werden als Museum geführt, das sehr gerne von Gästen aus aller Welt besucht wird. Die legendären Sisifilme tragen sehr zur Berühmtheit der Örtlichkeit bei. Sie werden immer noch in der ganzen Welt ausgestrahlt. Die Kaiservilla kommt dabei natürlich vor. Schließlich haben sich der junge und fesche Kaiser Franz Joseph und die blutjunge bayrische Prinzessin Elisabeth bei einem Empfang in der Kaiservilla kennen- und lieben gelernt. Später, nach der Hochzeit, hat der Kaiser seiner geliebten Sisi die Villa geschenkt. Schaut man vom Berg herunter auf das Dach der Villa, kann man erkennen, dass die Umrisse der Villa ein großes „E“ bilden.

Seit diesen Tagen der ersten Begegnung zwischen Franz Joseph und Elisabeth im Jahr 1856 diente die Villa der kaiserlichen Famile als Sommerresidenz. Der Kaiser liebte die Aufenthalte in Bad Ischl, weil er dort seinem Hobby, der Jagd frönen konnte. Das ist ein Grund, warum die Treppenhäuser der Villa mit tausenden von sogenannten „Krickerl“ ausgestattet sind. So nennt man die Gams und Rehgehörne. Die Kaiserin wiederrum hat von der Villa aus jeden Morgen den Jainzen bestiegen. Das ist ein Berggipfel, der zum Park der Villa gehörte. Ganz zum Leidwesen der feinen Hofdamen, die die Kaiserin auf ihren ausgedehnten Wanderungen begleiten mussten war diese eine durchtrainierte und flinke Wanderin. Die Hofdamen kamen bei den kaiserlichen Wanderungen ganz schön aus der Puste.

Ein großes Ereignis war bis zum Tod des Kaisers im AJhr 1916 der kaiserliche Geburtstag am 18. August, den er fast jedes Jahr in Bad Ischl beging. Die Kaisertreuen in Österreich und die Ischler Bevölkerung halten noch heute an dieser Tradition fest und feiern am 18. August ein großes Fest zu Ehren ihres ehemals berühmtesten Mitbürgers.

Aber auch der Geburtstag des jetzigen Hausherrn wird ausgiebig mit der Bevölkerung gefeiert. Abordnungen von kaiserlichen Regimentern und Böllerschützen gaben sich zum 70. Geburtstag des Erzherzogs die Ehre, den dieser 2016 gefeiert hatte. Ich hatte die Ehre zur Gästeliste der Geburtstagsfeierlichkeiten zu gehören und habe die Feier im Park bei wunderschönem Wetter sehr genossen.

Nicht nur in Bad Ischl und imi Salzkammergut ist Markus von Habsburg ein gern gesehener Gast bei Veranstaltungen und Festen. Als Mitglied des europäischen Hochadels wird er auch auf Reisen durch Europa von gekrönten Häuptern empfangen oder erhält Besuche aus aller Welt in der Kaiservilla.

Nichts desto trotz ist der Erzherzog ein äußerst freundlicher Herr, der Bescheidenheit ausstrahlt und dessen Lebensaufgabe es ist, sein Familienerbe für die geschichtlich interessierte NAchwelt zu erhalten und zu bewahren, was in der heutigen Zeit nicht ganz einfach ist. Ich kann Sie, liebe Leserinnen und Leser nur ermuntern, sich selbst einen persönlichen Eindruck von der Kaiservilla zu machen.

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Eva-Maria-Popp Freizeit Städte & Kultur

Dresden und die Schönheit

eine Liebesgeschichte von Eva-Maria Popp

Meine ersten zarten Bande mit der Stadt, der meine besondere Liebe gilt habe ich kurz nach der Wende, im Jahr 1990 geknüpft. Damals besuchte ich diese wunderschöne Stadt zum ersten Mal. Die Frauenkirche lag noch in Trümmern, die Patina an den barocken Fassaden, die noch übrig waren nach der legendären Dresdner Bombennacht, waren in tiefes Schwarz gehüllt – ganz so, als würden sie immer noch Trauer tragen über das, was damals, in einer tragischen Februarnacht 1945 passierte.

Zum ersten Mal konnte ich erahnen, was die Dresdner erleiden mussten. Diese Vorstellung und die verblichene Schönheit haben in mir ein erstes Band der tiefen Verbundenheit geknüpft. Seither kehre ich in regelmäßigen
Abständen wieder und nehme Teil am Aufbau und Ausbau der Kriegswunden und vor allem am Wiedererstrahlen in barockem Glanz. Ich habe erlebt, wie das berühmte Taschenbergpalais seine Pforten als Luxushotel wieder geöffnet hat. Die Kempinskigruppe hat das ehemalige Liebesnest der bekannten Gräfin Cosel liebevoll und detailgetreu restauriert. Die Cosel und vor allem ihr Liebhaber August der Starke wären stolz auf die Baumeister der Gegenwart gewesen, die das Taschenbergpalais in unnachahmlicher Weise zu neuem Leben erweckt haben – schöner denn je! Da lässt es sich gut nächtigen, wenn man nach einem Besuch in der benachbarten Semper Oper – wunderbare Musik im Ohr – sanft in den wohlverdienten Schlaf schlummert. Schließlich ist ein Besuch in Dresden eine anstrengende Sache. Selten findet man auf der Welt so viele Kunstwerke und Sehenswürdigkeiten auf so engem Raum, so dass in der Brust jedes Dresden Besuchers gleich mehrere Herzen schlagen. Zum einen ist er erfreut über den beeindruckenden Kunstgenuss. Zum anderen fühlt er sich leicht überfordert von so vielen Eindrücken.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Taschenbergpalais liegt das Dresdner Stadtschloss mit dem Grünen Gewölbe absolut sehenswert und heiß begehrt bei jedem Dresden Besucher. Deshalb kann ich Ihnen empfehlen, die Eintrittskarten für das Grüne Gewölbe bereits lange vor Antritt Ihrer Reise zu bestellen.

Sie haben sonst keine Chance die wunderbaren Schätze, die August der Starke und seine königlichen Nachfolger erworben haben, zu bewundern. Vom Stadtschloss aus sollten Sie einen Katzensprung über den Opernplatz machen und durch die königlichen Gärten des Zwingers wandern. Nach einer Kaffeepause in der Schinkelwache geht es in ein paar Schritten zum Elbufer, am Schloss entlang zu den Brühl`schen Terrassen, die eine wunderbare Verbindung zwischen der breit und gemächlich dahinfließenden Elbe und der Altstadt herstellen. Danach erreichen Sie in ein paar Schritten den atemberaubenden Fürstenzug, ein überlebensgroßes Bild eines Reiterzuges, aufgetragen auf rund 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan. Das 102 Meter lange, als größtes Porzellanwandbild der Welt geltende Kunstwerk, stellt die Ahnengalerie der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dar. Nun geht der kulturelle Spaziergang weiter durch die Straßen der Altstadt zur Frauenkirche, die in altem/neuem Glanz erstrahlt.

In einer unglaublichen solidarischen Benefiz Aktion, die ganz Deutschland und weite Teile der Kulturfreunde auf der gan
zen Welt bewegte, wurde kurz nach der Wende so viel Geld gesammelt, dass ein Wiederaufbau möglich war. Gönnen Sie sich abends ein Konzert in der Frauenkirche. Die Akustik sucht ihresgleichen. Gleich neben der Frauenkirche liegt das barocke Coselpalais, in dem Sie köstlichen Kuchen, meistens die berühmte Dresdner Eierschecke auf feinstem Meissner Porzellan serviert bekommen.

Die Liste der Highlights der Dresdner Architektur ließe sich endlos fortsetzten. Da sei die Neustadt genannt, mit der berühmten Pfund´s Molkerei, den Villen und Schlössern, den zahlreichen Kirchen, den Tanzpalästen, wie Watzkes Ballhaus usw…..Aber auch Ausflüge in
die Umgebung, wie Moritzburg, Schloss Pillnitz, Meissen, Radebeul, die Weinterrassen von Schloss Wackerbarth, die Naturschönheiten des Elbsandsteingebirges machen eine Reise nach Dresden zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann die Straßenbahn nutzen und einen Ausflug per Schiff auf der Elbe unternehmen. Das Panorama auf die Stadt ist bezaubernd. Tipp: Ein Dresdenbesuch im Winter hat den Vorteil, dass diese schöne Stadt Ihnen gehört. Im Sommer müssen Sie die Sehenswürdigkeiten teilen mit vielen Touristen aus allen Nationen, die unsere Erde kennt.

Nun hoffe ich, dass meine Liebe zu dieser wunderbaren Stadt Dresden auf Sie übergesprungen ist und freue mich, wenn wir uns demnächst dort über den Weg laufen.

Bis bald in Dresden!

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Eva-Maria-Popp Im Gespräch Interviews & Stories Starke Frauen & Starke Männer

Wohlfühlen im Alter

die Weltmeisterin im Eiskunstlauf Christine Stüber-Errath erzählt wie es geht

Eva-Maria Popp: Herzlichen Dank, liebe Frau Stüber-Errath, dass Sie sich Zeit nehmen für dieses Interview. Für meine Leserinnen und Leser ist es sicher interessant zu erfahren, was Sie als Weltmeisterin, Europameisterin und spätere Fernsehmoderatorin, Buchautorin und jetzt Schauspielerin zu berichten haben.

Christine Stüber-Errath: Ich danke für dieses Gespräch. Ich berichte gerne aus meinem Leben und liebe es, meine Erfahrungen aus einer abwechslungsreichen und spannenden Zeit weiterzugeben. Ich bin nun ja selbst schon 60 Jahre alt und habe mich noch nie so wohl gefühlt, wie jetzt. Früher bin ich immer an meine Grenzen gegangen. Ich war es einfach gewohnt, dass nur höher, weiter, schneller zählt. Ob als Spitzensportlerin oder als Fernsehmoderatorin – ich habe alles mit großer Leidenschaft gemacht bis zu meinem Burn Out.

Eva-Maria Popp: Haben Sie bemerkt, dass ihr Arbeitstempo und die Intensität, mit der Sie Ihre Arbeit betrieben haben eine gefährliche Gradwanderung war?

Christine Stüber-Errath: Nein, das habe ich nicht wahrgenommen. Ich habe einfach getan und gemacht, so wie ich es gelernt habe. Mit Volldampf voraus. Bis es zu spät war.

Eva-Maria Popp: Was hat Ihnen aus dieser Krise geholfen?

Christine Stüber-Errath: Mein Mann war mein wichtigster Unterstützer. Ich habe das große Glück, dass ich im Alter meinen Mann, die Liebe meines Lebens, kennengelernt habe. Er hat mich aus dem Tief geholt. Allerdings musste ich mich mit mir selbst beschäftigen, um mich zu finden und neu zu erfinden. Die Muster der Kindheit waren sehr stark ausgeprägt. Vor allem musste ich das „NEIN SAGEN“ lernen.

Ich kann nur jedem raten, die Probleme auf Zettel zu schreiben und dann loszulassen, indem man diese Zettel verbrennt. Aufschreiben – loslassen und hinein in die Flammen. Außerdem ist es sehr wichtig, immer wieder über seinen Tellerrand hinauszudenken und hinausz schauen.

Eva-Maria Popp: Ich habe gesehen, dass Sie ein Buch geschrieben haben. „Meine erste 6,0“ lautet der Titel. Was steckt hinter diesem Titel.

Christine Stüber-Errath: Eine 6,0 war zu meiner aktiven Zeit als Eiskunstläuferin die höchste Note und Auszeichnung, die man erhalten konnte. Obwohl ich jahrelang als Spitzensportlerin in dieser Sportart aktiv war und sowohl den Weltmeistertitel, als auch 3 mal den Europameistertitel gewonnen habe, blieb mir die Höchstnote von 6,0 während meiner Sportlerkarriere verwehrt. Danach jedoch, vor allem nach meinem Burn Out hat mir das Leben diese Höchstnote zum 60. Geburtstag geschenkt. Ich fühle mich in meinem Alter sehr glücklich.

Eva-Maria Popp: Was bedeutet für Sie Älterwerden?

Christine Stüber-Errath: Damit habe ich insofern ein Problem, dass ich im Kopf noch wie Zwanzig bin, aber natürlich diesen Ansprüchen nicht gerecht werden kann.Ich bin oft hin-und hergerissen zwischen dem biologischen Alter und dem Fühlalter. Aber das treibt mich an. Man sollte sich seine Jugendlichkeit erhalten und vor allem neugierig bleiben, am Leben teilnehmen. Ausprobieren heißt die Devise! Das hält mich jung. Ich bin oft wie ein Kind!

Eva-Maria Popp: Lassen Sie uns noch einmal zurückgehen in die Kindheit. Wie sind Sie Eiskunstläuferin geworden?

Christine Stüber-Errath: Mit einer Freundin bin ich zum Rollschuhlaufen gegangen. Dort hat mich eine Übungsleiterin entdeckt, mit den Worten: „Na, die Kleene Errath nehmen wir mit aufs Eis. Die ist zwar pummelig, aber ulkig.“ Das hat irgendwie mein Leben geprägt, sowohl im Sport, als auch privat. Trotz einiger Gewichtsprobleme, habe ich nie meinen Humor verloren.

Eva-Maria Popp: Was bedeutet für Sie Sport?

Christine Stüber-Errath: Vor 20 Jahre hatte ich meine Schlittschuhe an den Nagel gehängt und war viel unterwegs als Fernsehjournalistin. Seit 6 Jahren gehe ich aber wieder jede Woche für eine Stunde auf die Eisbahn. Das tut richtig gut. Und den Tag beginne ich mit 20 Minuten Gymnastik. Das bringt den Kreislauf in Schwung. Diese Regelmäßigkeit, hat meine Fitness enorm verbessert. Und beim Eislaufen muss man ja auch den Kopf anstrengen, sich überlegen, wie die Schritte funktionieren. Das ist wie beim Turniertanzen: Kopftraining! Im Übrigen gibt es einen neuen Trend – Adult-Skating. Menschen, auch Senioren, die das Eislaufen vorher noch nie ausprobiert haben, können das unter Anleitung im Alter noch erlernen und Hobby-Eisläufer werden.

Man muss sich einen Sport suchen, der Spaß macht. Dann lässt man/ frau auch nicht locker. Ich betreibe nur Sportarten, die mich nicht zu sehr anstrengen und die mir Freude bereiten.

Eva-Maria Popp: Seit kurzem sind Sie auch unter die Schauspielerinnen gegangen. Was hat es damit auf sich?

Christine Stüber-Errath: Ich habe für den neuen Film „Die Anfängerin“ mit 60 Jahren noch einmal die Schlittschuhe angezogen. Der Film erzählt die Geschichte einer Frau Ende Fünfzig, die im Leben erstarrt ist und durch das Eislaufen neue Lebensfreude erfährt und sozusagen auf dem Eis auftaut. Sie erfüllt sich ihren Kindheitstraum. Ich spiele in einer spannenden Nebenrolle mich selbst.

Ich finde, das ist eine tolle Geschichte, die sehr zu mir passt – als Eiskunstläuferin und als mutige Frau. Dieser Film und seine Story machen anderen Menschen Mut, sich etwas zuzutrauen. Viele haben Wünsche und Träume und setzten sie jedoch nie um. Ich habe gelernt, dass man/ frau alles schaffen kann, wenn man es nur will.

Eva-Maria Popp: Macht es Ihnen Freude, zu schauspielern?

Christine Stüber-Errath: Die Dreharbeiten waren eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich bin voller Hochachtung über die Leistungen der Schauspieler. Ich selbst bleibe aber doch eine Sportlerin.

Eva-Maria Popp: Haben Sie eine Botschaft an die Menschen?

Christine Stüber-Errath: Ja, die habe ich. Sicher kennen Sie das Hummelprinzip. Dort wird gefragt, ob eine Hummel fliegen kann? Die Antwort lautet: „Nein, physikalisch gesehen kann sie das nicht, weil sie zu schwer ist. Da sie diese Tatsache nicht kennt, fliegt sie munter durch die Welt.“

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SCHÄRDING – EINE STADT MIT HERZ

Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ – ein Qualitätsmerkmal der besonderen Art

Die Stadt Schärding ist bekannt für ihren Charme, ihre Schönheit, ihre besondere Lebensart und für ihr gutes Essen. Jetzt ist noch ein neues, sehr wichtiges Attribut hinzugekommen. Seit einem halben Jahr ist Schärding, die Barockperle am Inn, aufgenommen in die Riege der Demenzfreundlichen Städte.

Die Initiative für diesen besonderen Titel ist von Bianca Mattern ausgegangen, die sich seit über 20 Jahren darum bemüht, dass das Thema Demenz in der Öffentlichkeit präsent ist. Sie hat dazu schon viele Bücher geschrieben und ist eine gefragte Interviewpartnerin in Funk und Fernsehen, wenn über das Thema Demenz informiert und diskutiert wird. Vor allem hat sie als eine der ersten die allseits anerkannte Montessoripädagogik in die Arbeit mit demenziell Erkrankten übertragen. Seither steht der Slogan „Selbstbestimmt leben mit Demenz“ über ihrer Arbeit. Mit ihrem Betreuungsdienst NONNA ANNA®, der auf der Basis der Montessoripädagogik arbeitet, sorgt sie für ein lebenswertes Leben trotz und mit Demenz.

Pflegende Angehörige und Betroffene selbst können sich ein Stück Lebensqualität zurückerobern, wenn NONNA ANNA® die Betreuung übernimmt. Diese Arbeit und die daraus resultierenden zahlreichen Erfahrungen, die Bianca Mattern während der vergangenen 20 Jahre gemacht hat, wenn es um die Präsenz von Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum geht, haben den Anstoß gegeben zur Initiative „Demenzfreundliche Stadt“. Das bedeutet, dass sich Kommunen, Vereine, Institutionen, Gewerbetriebe, Dienstleister und Händler in einer Stadt mit dem Thema Demenz beschäftigen. Sie erfahren in Schulungen, wie sie mit demenziell Erkrankten umgehen sollten, diese Krankheit erkennen, helfen und unterstützen können. Meist sind es nur ein paar gute Worte, Verständnis und der sensible Umgang, der nötig ist, um die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen optimal zu unterstützen, wenn Einkäufe, Arzt- oder Behördenbesuche anstehen.

Bianca Mattern ist sehr erfreut, dass sich die Stadt Schärding als Testkommune für dieses überregionale Pilotprojekt zur Verfügung gestellt hat, das zudem von der Euregio gefördert wird. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war hervorragend“, meint Bianca Mattern in ihrem Resümee. „Sowohl der Bürgermeister, als auch alle meine Ansprechpartner waren äußerst zuvorkommend und haben meine Bemühungen um Betriebe, die beim Projekt mitmachen wollten, stark unterstützt.“

Das Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ ist nicht nur für die betroffenen Familien in Schärding und Umgebung wichtig, sondern auch für Urlauber und Ausflügler interessant.

Schärding ist eine wunderschöne Stadt, eine Barockperle in Oberösterreich, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann und kulturell und kulinarisch vieles zu bieten hat. Ein geschichtsträchtiger Ort, an dem schon Kaiser und Könige verweilten – mit wechselvoller Zugehörigkeit – mal bayrisch, mal österreichisch, aber immer heimatverbunden.

Dazu gehört der obere Stadtplatz, genannt die Silberzeile, benannt nach den damals dort ansässigen, reichen Kaufleuten – die barocken Farbtöne gehen auf die mittelalterlichen Zunftfarben zurück, die Stadtpfarrkirche aus der Zeit des ersten Kirchenbaus um 1307 – 1703, im spanischen Erbfolgekrieg schwer beschädigt und im Anschluss im Barock wieder aufgebaut, der frühere Burghof, der 1895 zum Schlosspark umgestaltet wurde sowie das Kurhaus, ein ehemaliges Kapuzinerkloster aus dem 16. Jahrhundert.

Ein besonderer Höhepunkt sind die beliebten Innschifffahrten durch das wildromantische Untere Inntal zwischen Schärding und Passau. Hier zeigt sich an vielen Stellen noch sehr deutlich, mit welchen Gefahren die frühere Schifffahrt auf dem Inn verbunden war.

Neben Schärding ist auf der bayerischen Seite die Stadt Passau Partner dieses Pilotprojekts. Mit vielen Aktionen, wie z. B. mit Info-Ständen wird darauf hingewiesen und viele Geschäfte und Betriebe konnten dafür schon gewonnen werden. Der Taler „Demenzfreundlich“ soll Senioren und pflegenden Angehörigen bei der Suche nach Unternehmen helfen, beiden denen sie sich sicher sein können, dass sie gut aufgehoben sind und man auf ihre speziellen Bedürfnisse eingeht.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Zeilen Lust machen konnte auf diese schöne Stadt Schärding am Inn. Ich selbst bin gerne da und freue mich immer, wenn mich mein Terminkalender wieder dorthin führt. Wenn möglich nehme ich mir Zeit zu einem Spaziergang am Inn oder ich fahre weiter in den angrenzenden Sauwald, im Sommer zum Wandern, im Winter zum Langlaufen. Sie sind herzlich willkommen in dieser schönen Stadt, auch und gerade wenn Sie schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Stadt Schärding, das Land Oberösterreich und Österreich heißen Sie herzlich willkommen. Wir sehen uns demnächst in Schärding am Inn Ihre

Eva-Maria Popp

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Ein musikalisches Treffen mit dem sympathischen Schauspieler Ben Blaskovic

Ich liebe es, interessante Menschen zu treffen und mit ihnen über Gott und die Welt zu plaudern. Deshalb freue ich mich, dass ich erneut mit einem spannenden Interviewpartner sprechen durfte.

Aus Ihren Leser zuschriften, liebe Leserinnen und Leser, weiß ich, wie sehr Sie es schätzen, dass wir vom WIA-Team darauf achten, dass wir für unsere Reportagen mit Menschen sprechen, die etwas zu sagen haben und die Sie aus Film, Funk und Fernsehen kennen.

Von Til Schweiger über Placido Domingo, Patricia Kelly bis Bernhard Brink ist die Liste der Prominenten lang, mit denen ich für die WIA gesprochen habe.

Heute darf ich Ihnen Ben Blaskovic vorstellen – einen 30-jährigen Aus- nahmeschauspieler und besonders einfühlsamen Musiker. Er spielt u.a. den Controller Andreas „Andi“
Lorenz bei den „Rosenheim Cops“.

Wir verabreden uns in einer interessanten Location, auf dem WeberFünf-Hof in Niederbayern. An einem lauen Sommerabend sitzen wir am Lagerfeuer, die Kinder braten Stockbrot und Kartoffeln im offenen Feuer, die Erwachsenen lauschen den Klängen, die Ben Blaskovic zusammen mit dem Weber-Großvater produziert. Ben hat seine Gitarre mitgebracht, der Großvater spielt auf dem Akkordeon. Alle zusammen singen und schunkeln wir. So stelle ich mir das beschauliche Landleben einer Großfamilie vor 100 Jahren vor.

Das entspricht so ganz der Philosophie, die sich der WeberFünf-Hof auf die Fahnen geschrieben hat: Entschleunigung, das Leben mit allen Sinnen erfahren und erleben, miteinander ins Gespräch kommen, Ausspannen, neue Kraft schöpfen, ein kulinarisches Verwöhnprogramm mit einfacher, regionaler Küche nach dem FULIB- Konzept.

Dazu passt der Umgang mit den Tieren. Die Alpakas und Ponys verbreiten eine angenehme Ruhe, ihre Gelassenheit überträgt sich auf uns. Normalerweise finden auf dem WeberFünf-Hof Kinderfeste, Kindergeburtstage, Schulausflüge, Seniorenausflüge und -betreuung, Seminare und Kochkurse statt.

Heute jedoch hat sich auf dem Hof hoher Besuch angekündigt: Ben Blaskovic. „Wir waren schon ein bisschen nervös“, meint Elli Schreiner, die Juniorchefin auf dem Erlebnishof. „Doch Ben ist so natürlich und liebenswert, dass Mama und ich bald vergessen haben, dass wir ihn ansonsten im Fernsehen sehen.“

Neben der bereits erwähnten, be- liebten Serie „Die Rosenheim Cops“ sieht man den sympathischen Star auch gerne als „Schwiegermutters Liebling“ im ZDF Herzkino bei Rosamunde Pilcher und Katie
Fforde, sowie in der ersten Staffel der RTL Serie Lifeline.

Im richtigen Leben ist Ben ein echt „bayerisches Gewächs“, aufgewachsen am Schliersee, sehr bodenständig und heimatverbunden. Deshalb fühlt er sich am WeberFünf-Hof auch gleich wohl. Natürlich trägt der atemberaubende Sonnenuntergang dazu bei, dass Ben total relaxed und nach einem stressigen Drehtag bei Cilly und Elly sowie den Alpakas „echt runterkommt“, wie er sagt.

Neben dem heimatverbundenen Schauspieler gibt es eine zweite Seite an Ben Blaskovic: Es ist die Abenteurerseite an ihm. Er ist sehr weit gereist und hat längere Zeit in Los Angeles gelebt. „Hier habe ich als Schauspielschüler sehr viel gelernt und davon profitiere ich noch heute bei jeder neuen Rolle“, erzählt er mir mit leuchtenden Augen.

Sein USA-Aufenthalt hat ihm sehr gut getan, sowohl beruflich als auch persönlich. „Es ist wichtig, dass man als junger Mensch den Duft der weiten Welt schnuppert. Das formt die Persönlichkeit. Nach der Rückkehr in die Heimat ist man gewappnet für alles, was das Leben bringt.“

Die Abenteurerseite an Ben findet sich auch in seinem zweiten Beruf. Neben der Schauspielerei betätigt er sich als Eventveranstalter
in seiner bayerischen Heimat. Seine Kunden können bei ihm segeln, bergsteigen und all das unter seiner fachkundigen Führung unternehmen. Also alles, was ein Abenteuerherz höher schlagen lässt.

And last but not least ist Ben auch noch Musiker. Es groovt und
vibriert, wenn er die Gitarre zum Klingen bringt. Einfühlsam und mit einem Touch Weltschmerz zeigt er in der Musik seine besonders einfühlsame Seite. Ich habe mir seine CD „Rusty Waters“ angehört und konnte mich dadurch gut in seine Lebenswelt hineindenken.

Umso gespannter bin ich auf die neue CD „Those Who Dig“. Viele seiner Schauspielkollegen werden da sein, wenn die neuen Songs das erste Mal in der Öffentlichkeit erklingen. Eine gute Gelegenheit für alle Fans von Ben  Blaskovic, ihn live zu erleben und seine Musikerseite zu entdecken.