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Beauty & Mode Eva-Maria-Popp

Mode von WI-CARE

Macht das Leben bunt und leicht

Es ist Vormittag und ich sitze im Kontor der Firma Wi-Care in Geldermalsen in Holland. Ich bin gespannt auf Wilma Verhoeks, die Chefin. Schon beim ersten Telefonat hat sie einen sehr liebenswerten und kompetenten Eindruck gemacht. Gleich habe ich gespürt, dass hinter Wi-Care eine energische Frau mit Selbstbewusstsein aber vor allem Charme und viel Gefühl steht.

Dieser Eindruck bestätigt sich spätestens nach den ersten Worten, die wir im Kontor miteinander wechseln. Sympathie pur! Nun tauche ich ein in die Welt der Stoffe und Farben, Schnitte und Accessoires. Im
Hintergrund rattern die Maschinen und Gert, der Zuschneider lässt seine Schere über den Tisch gleiten.

Wilma erzählt mir, wie sie zu Wi-Care kam. Jahrelang war sie als Dozentin für Design an einer Hochschule tätig, bis sie schwanger wurde. Die Pause vom Job nutzte sie, um ihren Traum von der eigenen Firma zu verwirklichen und der Zufall brachte sie zur heutigen Kernkompetenz: Mode für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Seither entsteht im Wi-Care Kontor schicke und gleichzeitig funktionelle Bekleidung für Menschen, die nicht von der Stange kaufen können. So trifft es sich gut, dass ich bei meinem Besuch in Holland Ans treffe. Sie ist 65 Jahre alt und sitzt seit einem Schlaganfall im Rollstuhl. Ans legt großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres und modische, vor allem farbig abgestimmte Kleidung. Mit eindrucksvollen Worten erklärt mir Ans, wie sie sich gefühlt hat, als sie als Rollstuhlfahrerin einfach keine passende Kleidung gefunden hatte, die sowohl schick und modisch, als auch den besonderen Bedürfnissen einer Rollstuhlfahrerin angepasst war. „Ich habe mich gefühlt wie Aschenputtel, nundank Wi-Care – bin ich wieder
die Prinzessin.“

Da gibt es die Panchos, die in strahlenden Farben vor mir hängen und sowohl für Rollstuhlfahrer, aber auch schwangere Frauen, vielbeschäftigte Autofahrerinnen, junge Mütter und Seniorinnen Farbe und vor allem Bewegungsfreiheit ins Leben bringen. Klasse Idee. Nun verstehe ich Wilmas Slogan: Wi-care verbindet.

Natürlich kann ich dem Reiz der Farbenpracht, aber auch dem ausgesprochenen Schick eines Panchos in strahlendem Magenta nicht widerstehen und kaufe meinen ersten Wi-Care Pancho. Der passt mir so gut, dass Wilma mich als Model engagiert und so bin ich live dabei beim Fotoshooting ein paar Wochen später. Auch das ist eine interessante Erfahrung. Hier lerne ich die vielen praktischen Details eines Panchos kennen, die gerade Rollstuhlfahrern das Leben stark erleichtern.

Mir schenkt der neue Pancho absolute Bewegungsfreiheit im Auto, beim Einkaufen und als Großmutter mit meinem Enkel auf dem Arm. Für Seniorinnen mit einem Schultersyndrom kann ich mir die Freude vorstellen, beim Anziehen keine Schmerzen mehr zu haben.

Aber auch für die anderen Wi-Care Produkte kann ich mich begeistern, weil ich verstehe, was sie für die Menschen, die sie tragen bzw. für ihre pflegenden Angehörigen und Pflegepersonen an Erleichterung bedeuten. Da ist der patentierte Ganzkörperanzug aus reißfestem Stoff, der Menschen mit Demenz davor schützt sich zu verunreinigen oder sich selbst zu verletzen.

Interessant auch die verschiedenen Badecapes, mit denen Menschen im Rollstuhl warm und mollig aber vor allem würdevoll und geschützt vor fremden Blicken vom Bad zurück ins Zimmer gebracht werden.
Auch die besondere Funktion der Sitzschalenjacke leuchtet mir ein: Menschen mit einer Körperbehinderung, die in einer Sitzschale sitzen und stark bewegungseingeschränkt sind schätzen diese Jacke, die vorne modisch aussieht und hinten einen zweckmäßigen Klettverschluss hat, der ein umständliches Anziehen unnötig macht.

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Beauty & Mode Eva-Maria-Popp Im Gespräch Interviews & Stories Starke Frauen & Starke Männer

Eine Schönheitskönigin stellt sich vor!

Eva-Maria Popp im Gespräch mit Dina Wacker, Miss Plus Size Germany

„Wohlfühlen ist eine Sache der
inneren Einstellung“


Das ist die Kernbotschaft, die mir Dina Wacker für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit auf den Weg gibt. Sie weiß, wovon sie spricht, denn Dina Wacker wurde weder mit dem goldenen Löffel im Mund geboren, noch als Barbie. Sie kennt alle Schattenseiten, die ein Leben mit sich bringt, wenn man nicht den gängigen Vorstellungen der werbegeprägten Ideale der Plakatwände und Covertitel entspricht.

„Mein Selbstbewusstsein lag am Boden“, berichtet Dina Wacker.

„Der Laufsteg und das Modeln waren immer ein Traum von mir. Doch wie sollte ich diesen Traum schaffen? Ich war nie ein Hungerhaken. Ich werde nie ein Hungerhaken sein und ich will nie wie ein Hungerhaken durch das Leben laufen. Warum? Weil mein Körper nicht dafür geschaffen ist und ich andere Qualitäten besitze.“ Ja, das kann ich bestätigen. Vor mir sitzt eine wunderschöne Frau, die voller Lebensfreude ist und deren Energie auf mich überspringt.

Dina Wacker und ich treffen uns zu diesem Interview im mondänen Casino von Baden-Baden, am Rande einer tollen Veranstaltung – der PIXX-Lounge von Axel Kahn. Beim Bruder von Fußballtitan Oliver Kahn geben sich in seiner PIXX Lounge die großen Namen ein Stelldichein. Unternehmer, Schauspieler, Sänger, Models, Autoren, Moderatoren und viele, viele VIPs treffen sich zum Netzwerken und zu einem Austausch auf Augenhöhe.

Auch Dina Wacker gehört zu diesen VIPs, very important people, zu deutsch – sehr wichtige Personen. Es ist mir eine Ehre, dass Dina für unsere „WIA-Wohlfühlen im Alter“ Rede und Antwort steht und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, erzählt, was es mit dem Wohlfühlen auf sich hat.

Meine wichtigste Frage an Dina Wacker lautet natürlich, wie sie auf die Idee kam, sich zum Schönheitswettbewerb Miss Curvy anzumelden? Lesen Sie selbst, wie Dinas Antwort lautet:

„Nach einem Fotoshooting, das zur damaligen Zeit mein geknicktes Selbstbewusstsein aufbauen sollte, entschloss ich mich nach einiger Überredungskunst meiner Familie, mich zur Wahl online zu bewerben. Da das Modeln schon immer ein Traum von mir war, aber meine Rundungen und Kurven mich daran gehindert haben, traute ich mich bis 2015 nicht, meinen Traum zu leben.

Es bedarf harter Arbeit, das eigene Selbstbewusstsein zu steigern. Aber ich habe es geschafft. Ich war schon immer Curvy, nur ich wusste es lange Zeit nicht zu schätzen, dass Curvy auch sehr schön und attraktiv sein kann. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, meine – teils auch schmerzlichen Erfahrungen mit anderen zu teilen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Mein Titel – Miss Plus Size Germany – erfüllt mich mit Stolz, da ich die Einzige in Deutschland bin, die den Titel tragen darf.

Um mich fit zu halten, treibe ich Sport, bin sehr viel an der frischen Luft und mein Schönheitsrezept lautet: Konfektionsgröße sagt nichts über die Schönheit eines Menschen aus. Sei glücklich und genieße jeden Augenblick!
Wohlfühlen und Schönheit hängen eng zusammen. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, ist schön.

Ein Mensch, der mit sich zufrieden ist, strahlt von Innen. Das sieht man sehr deutlich an seinem Äußeren“.

Danke an Dina Wacker für diese deutlichen Worte, die für uns alle sehr wichtig sind. Wie oft zweifeln wir an uns, weil wir uns messen mit der vermeintlichen und entseelten Perfektion, die uns von den Werbeplakaten einer Schönheitsindustrie entgegenstrahlt.

Vor allem wenn man in die Jahre kommt ist es wichtig, sich in seiner Haut wohlzufühlen und eine andere Einstellung zur eigenen Vorstellung von Schönheit zu entwickeln.