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SCHÄRDING – EINE STADT MIT HERZ

Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ – ein Qualitätsmerkmal der besonderen Art

Die Stadt Schärding ist bekannt für ihren Charme, ihre Schönheit, ihre besondere Lebensart und für ihr gutes Essen. Jetzt ist noch ein neues, sehr wichtiges Attribut hinzugekommen. Seit einem halben Jahr ist Schärding, die Barockperle am Inn, aufgenommen in die Riege der Demenzfreundlichen Städte.

Die Initiative für diesen besonderen Titel ist von Bianca Mattern ausgegangen, die sich seit über 20 Jahren darum bemüht, dass das Thema Demenz in der Öffentlichkeit präsent ist. Sie hat dazu schon viele Bücher geschrieben und ist eine gefragte Interviewpartnerin in Funk und Fernsehen, wenn über das Thema Demenz informiert und diskutiert wird. Vor allem hat sie als eine der ersten die allseits anerkannte Montessoripädagogik in die Arbeit mit demenziell Erkrankten übertragen. Seither steht der Slogan „Selbstbestimmt leben mit Demenz“ über ihrer Arbeit. Mit ihrem Betreuungsdienst NONNA ANNA®, der auf der Basis der Montessoripädagogik arbeitet, sorgt sie für ein lebenswertes Leben trotz und mit Demenz.

Pflegende Angehörige und Betroffene selbst können sich ein Stück Lebensqualität zurückerobern, wenn NONNA ANNA® die Betreuung übernimmt. Diese Arbeit und die daraus resultierenden zahlreichen Erfahrungen, die Bianca Mattern während der vergangenen 20 Jahre gemacht hat, wenn es um die Präsenz von Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum geht, haben den Anstoß gegeben zur Initiative „Demenzfreundliche Stadt“. Das bedeutet, dass sich Kommunen, Vereine, Institutionen, Gewerbetriebe, Dienstleister und Händler in einer Stadt mit dem Thema Demenz beschäftigen. Sie erfahren in Schulungen, wie sie mit demenziell Erkrankten umgehen sollten, diese Krankheit erkennen, helfen und unterstützen können. Meist sind es nur ein paar gute Worte, Verständnis und der sensible Umgang, der nötig ist, um die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen optimal zu unterstützen, wenn Einkäufe, Arzt- oder Behördenbesuche anstehen.

Bianca Mattern ist sehr erfreut, dass sich die Stadt Schärding als Testkommune für dieses überregionale Pilotprojekt zur Verfügung gestellt hat, das zudem von der Euregio gefördert wird. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war hervorragend“, meint Bianca Mattern in ihrem Resümee. „Sowohl der Bürgermeister, als auch alle meine Ansprechpartner waren äußerst zuvorkommend und haben meine Bemühungen um Betriebe, die beim Projekt mitmachen wollten, stark unterstützt.“

Das Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ ist nicht nur für die betroffenen Familien in Schärding und Umgebung wichtig, sondern auch für Urlauber und Ausflügler interessant.

Schärding ist eine wunderschöne Stadt, eine Barockperle in Oberösterreich, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann und kulturell und kulinarisch vieles zu bieten hat. Ein geschichtsträchtiger Ort, an dem schon Kaiser und Könige verweilten – mit wechselvoller Zugehörigkeit – mal bayrisch, mal österreichisch, aber immer heimatverbunden.

Dazu gehört der obere Stadtplatz, genannt die Silberzeile, benannt nach den damals dort ansässigen, reichen Kaufleuten – die barocken Farbtöne gehen auf die mittelalterlichen Zunftfarben zurück, die Stadtpfarrkirche aus der Zeit des ersten Kirchenbaus um 1307 – 1703, im spanischen Erbfolgekrieg schwer beschädigt und im Anschluss im Barock wieder aufgebaut, der frühere Burghof, der 1895 zum Schlosspark umgestaltet wurde sowie das Kurhaus, ein ehemaliges Kapuzinerkloster aus dem 16. Jahrhundert.

Ein besonderer Höhepunkt sind die beliebten Innschifffahrten durch das wildromantische Untere Inntal zwischen Schärding und Passau. Hier zeigt sich an vielen Stellen noch sehr deutlich, mit welchen Gefahren die frühere Schifffahrt auf dem Inn verbunden war.

Neben Schärding ist auf der bayerischen Seite die Stadt Passau Partner dieses Pilotprojekts. Mit vielen Aktionen, wie z. B. mit Info-Ständen wird darauf hingewiesen und viele Geschäfte und Betriebe konnten dafür schon gewonnen werden. Der Taler „Demenzfreundlich“ soll Senioren und pflegenden Angehörigen bei der Suche nach Unternehmen helfen, beiden denen sie sich sicher sein können, dass sie gut aufgehoben sind und man auf ihre speziellen Bedürfnisse eingeht.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Zeilen Lust machen konnte auf diese schöne Stadt Schärding am Inn. Ich selbst bin gerne da und freue mich immer, wenn mich mein Terminkalender wieder dorthin führt. Wenn möglich nehme ich mir Zeit zu einem Spaziergang am Inn oder ich fahre weiter in den angrenzenden Sauwald, im Sommer zum Wandern, im Winter zum Langlaufen. Sie sind herzlich willkommen in dieser schönen Stadt, auch und gerade wenn Sie schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Stadt Schärding, das Land Oberösterreich und Österreich heißen Sie herzlich willkommen. Wir sehen uns demnächst in Schärding am Inn Ihre

Eva-Maria Popp