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DIE DEMENZFREUNDLICHE STADT

Demenz ist immer noch ein Tabu-Thema, obwohl die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen täglich zunimmt. Aktuell gibt es bei uns 1,6 Mio. Menschen* die an Demenz erkrankt sind und es werden täglich mehr. Das sind immerhin 2% der Bevölkerung, mit anderen Worten gesprochen jeder 50.te! Das bedeutet, dass wir alle jeden Tag in unserem täglichen Leben mit einem Menschen mit Demenz zu tun haben, ohne es bewusst wahrzunehmen. Jeder von uns ist betroffen. Ob als Angestellter bei einer Behörde, als Arzthelferin in der Praxis, als Verkäuferin in der Bäckerei, als Servicekraft im Restaurant, als Polizist im Streifendienst, als Kartenabreißer im Kino, als Garderobiere im Theater, überall begegnen uns Menschen, die mehr oder weniger schwer demenziell erkrankt sind. Trotz dieser Ominpräsenz herrscht große Unsicherheit im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen. Wie soll ich mich verhalten? Was darf ich, was darf ich nicht? Wie erkenne ich?

Vor allem ist die Diagnose Demenz nicht einfach und wirft die Betroffenen und ihre Familien erst einmal aus der Bahn. Wenn diese bemerken, dass es Hilfestellungen gibt und die Umwelt auf sie verständnisvoll eingeht und eine Teilnahme am ganz normalen Leben weiterhin möglich ist, ob mit oder ohne Demenz, dann ist die Krankheit nur noch halb so schlimm.

Ich selbst beschäftige schon seit über 20 Jahren mit Demenz. Ich habe einen eigenes Betreuungs- und Beschäftigungskonzept entwickelt auf Basis der Montessoripädagogik für Senioren. Mit diesem Betreuungskonzept NONNA ANNA ® kämpfe ich seit vielen Jahren für das sogenannte
Normalitätsprinzip. Das bedeutet, dass Menschen mit Demenz ein Recht darauf haben, am Leben teilzunehmen und somit ein großes Stück Lebensqualität zu erhalten.

AUS DIESEM GRUND HABE ICH DIE KAMPAGNE
„DEMENZFREUNDLICHE STADT“ INS LEBEN GERUFEN UND DIE FUNKTIONIERT FOLGENDERMASSEN:

Am Anfang stehen Sie, die Bürger. Sie sind aufgerufen ihre positiven Erfahrungswerte mit,

• demenzfreundlichen Praxen,

• demenzfreundlichen Cafes,

• Restaurants,

• Gaststätten, Bistros etc.,

• demenzfreundlichem Einzelhandel (egal ob Lebensmittel- oder Bekleidungsgeschäfte)

• demenzfreundlichen Behörden

vorzuschlagen und damit POSITIV hervorzuheben.

Danach begutachtet eine unbhängige Jury, die aus Experten der verschiedensten Disziplinen besteht alle Vorschläge der Bevölkerung und verleiht den Institutionen und Betrieben die Plakate „Demenzfreundlich“.

Auf einer eigenen Homepage werden alle ausgezeichnete Betriebe aufgeführt und erleichtern den Angehörigen und/oder Betreuern das Aufsuchen von Ärzten, Krankengymnasten, Cafés, Restaurants und Gaststätten bzw. Geschäften aller Art. Mit der Auszeichnung DEMNEZFREUNDLICH, die gut sichtbar am Eingang des jeweiligen Geschäftes platziert wird, weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass das Personal mit den besonderen Herausforderungen im Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind Erfahrung hat und die nötige Freundlichkeit erwarten kann.

Diese Auszeichnung und Kampagne wird wiederum andere Geschäfte, Ärzte und Praxen in Passau zur Nachahmung animieren.

Das Pilotprojekt zur DEMENZFREUNDLICHEN Stadt entsteht gerade in der Stadt Passau und der österreichischen Stadt Schärding.

Deshalb rufen wir alle Passauer und Schärdinger Bürger auf, sich sehr rege an unserem Aufrufen zu beteiligen und uns das Geschäft oder die Behörde zu melden, die die Auszeichnung DEMENZFREUNDLICH verdient.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen und auf ein erfolgreiches Gelingen des Projekts DEMENZFREUNDLICHE Stadt – zum Wohle all jener, die von Demenz betroffen sind.

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Betreuung & Pflege

Beschäftigung und Betreuung als Schlüssel zur Lebensqualität

Die beiden Begriffe Beschäftigung und Betreuung sind feststehende Fachbegriff innerhalb der Seniorenpädagogik. Wenn sie in das Leben von Senioren einbezogen werden, vor allem bei Demenz oder anderen Handicaps, bedeutet das den Rückgewinn von Lebensqualität und die Rückkehr zum sogenannten Normalitätsprinzip. Lassen Sie mich diese Begriffe erklären, damit Sie verstehen, was ich meine:

Die Beschäftigung bedeutet, dass die Senioren oder Menschen mit Behinderung die Möglichkeit erhalten, sich gezielt mit einer Sache, einer Tätigkeit, einem Hobby auseinanderzusetzen und intensiv zu beschäftigen. Stellen Sie sich vor, ein Mann war zeitlebens regelmäßig am Stammtisch in seinem Wirtshaus um die Ecke. Dort hat er sich einmal die Woche mit einer Gruppe von Gleichgesinnten getroffen und war dabei glücklich und zufrieden. Nun ist er 80 Jahre alt und kann alleine das Haus nicht mehr verlassen. Der Pflegedienst kommt zu ihm ins Haus, um die pflegerischen Arbeiten durchzuführen. Waschen, Duschen, Tabletten bereitstellen, für das Essen sorgen, Verbände wechseln usw. Der Körper unseres Beispielmannes wird gut gepflegt. Doch was ist mit seiner Seele? Woher soll sie die nötige Seelennahrung erhalten? Sie ahnen meine Antwort: hier kommt die Beschäftigung ins Spiel. Sie geht individuell auf die Bedürfnisse, die Gewohnheiten und Vorlieben des Seniors ein und sorgt dafür, dass er/sie diesen Bedürfnissen uneingeschränkt nachgehen kann. Im Falle unseres Beispielmannes ist das der wöchentliche Gang in sein Lieblingswirtshaus.

Deshalb kommt der Betreuungsdienst zum vereinbarten Zeitpunkt vorbei, hilft ihm bei der Vorbereitung für den Ausflug und bringt ihn zum Lokal und unterstützt ihn bei allem, was den Wirthausbesuch angenehm macht. Der Mann hat durch diese Regelmäßigkeit in seinem Wochenrhythmus eine Struktur, die ihm Halt gibt, er hat Vorfreude, er hat eine wichtige Anregung für seinen Geist und seine Seele und er hat Lebensfreude und somit Lebensqualität. Die Beschäftigung ist somit die Tätigkeit dessen, was man immer gerne getan hat und immer noch tut. Der Betreuer, die Betreuerin machen die Beschäftigung möglich. Was für unseren Beispielmann der wöchentliche oder auch tägliche Wirtshausbesuch ist, ist für eine Kunstliebhaberin der Opernbesuch, der Kinobesuch, der Museumsbesuch oder die Gespräche über frühere Opernbesuche und Reisen.

Leidenschaftliche Köchinnen, frühere Büroangestellte, Sportler, Motorradfahrer, Tierzüchter, Bauern, Handwerker und Bastler, Schrauber… erhalten durch eine gezielte Beschäftigung mit den Inhalten ihres früheren Berufs- und Freizeitlebens Anbindung an das jetzige Leben und die Freude und Lebensqualität, die sie daraus bezogen haben.

Je nach Status der geistigen Fähigkeiten wird der Betreuer die Inhalte so anbieten, dass sie für den Betreuten fassbar sind. Das ist die wahre Kunst des Betreuers. Er muss zum einen die Gewohnheiten und Lieblingsbeschäftigungen eines Betreuten erfassen und erkennen und sie auf eine Weise anbieten, dass der Betreute darauf „anspringt“. Das Nonna Anna ® Beschäftigungskonzept hat für diese Problematik seniorenpädagogisches Beschäftigungsmaterial entwickelt, das die sinnvolle Beschäftigung unterstützt, ganz egal auf welcher geistigen Stufe der Senior oder Betreute mit Demenz steht. Dieses Material funktioniert auch ohne Worte.

Das Nonna Anna ® Beschäftigungskonzept arbeitet auf Basis der Montessoripädagogik, die sich wiederum orientiert an den Bedürfnissen des Betreuten und sehr individuell eingeht auf die Senioren und Menschen mit Behinderung. Dazu gehört auch, dass der Betreuer sehr sorgfältig ausgewählt wird aus dem NonnaAnna Team. Nicht jeder Betreuer verfügt über alle Fähigkeiten, die er/sie für einzelnen Betreuungsaufträge braucht.

Es gibt keinen Fall, keinen Schweregrad der Erkrankung, der nicht individuell betrachtet werden könnte und für den es keine adäquate Beschäftigung geben könnte.

Alle profitieren von einer gezielten, professionellen und liebevollen Beschäftigung. Der Senior, der von Demenz oder einem anderen Handicap betroffen ist, die betreuenden Angehörigen, die ein gutes Gefühl haben und vor allem wertvolle Freizeit und Auszeit für sich.

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SCHÄRDING – EINE STADT MIT HERZ

Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ – ein Qualitätsmerkmal der besonderen Art

Die Stadt Schärding ist bekannt für ihren Charme, ihre Schönheit, ihre besondere Lebensart und für ihr gutes Essen. Jetzt ist noch ein neues, sehr wichtiges Attribut hinzugekommen. Seit einem halben Jahr ist Schärding, die Barockperle am Inn, aufgenommen in die Riege der Demenzfreundlichen Städte.

Die Initiative für diesen besonderen Titel ist von Bianca Mattern ausgegangen, die sich seit über 20 Jahren darum bemüht, dass das Thema Demenz in der Öffentlichkeit präsent ist. Sie hat dazu schon viele Bücher geschrieben und ist eine gefragte Interviewpartnerin in Funk und Fernsehen, wenn über das Thema Demenz informiert und diskutiert wird. Vor allem hat sie als eine der ersten die allseits anerkannte Montessoripädagogik in die Arbeit mit demenziell Erkrankten übertragen. Seither steht der Slogan „Selbstbestimmt leben mit Demenz“ über ihrer Arbeit. Mit ihrem Betreuungsdienst NONNA ANNA®, der auf der Basis der Montessoripädagogik arbeitet, sorgt sie für ein lebenswertes Leben trotz und mit Demenz.

Pflegende Angehörige und Betroffene selbst können sich ein Stück Lebensqualität zurückerobern, wenn NONNA ANNA® die Betreuung übernimmt. Diese Arbeit und die daraus resultierenden zahlreichen Erfahrungen, die Bianca Mattern während der vergangenen 20 Jahre gemacht hat, wenn es um die Präsenz von Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum geht, haben den Anstoß gegeben zur Initiative „Demenzfreundliche Stadt“. Das bedeutet, dass sich Kommunen, Vereine, Institutionen, Gewerbetriebe, Dienstleister und Händler in einer Stadt mit dem Thema Demenz beschäftigen. Sie erfahren in Schulungen, wie sie mit demenziell Erkrankten umgehen sollten, diese Krankheit erkennen, helfen und unterstützen können. Meist sind es nur ein paar gute Worte, Verständnis und der sensible Umgang, der nötig ist, um die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen optimal zu unterstützen, wenn Einkäufe, Arzt- oder Behördenbesuche anstehen.

Bianca Mattern ist sehr erfreut, dass sich die Stadt Schärding als Testkommune für dieses überregionale Pilotprojekt zur Verfügung gestellt hat, das zudem von der Euregio gefördert wird. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war hervorragend“, meint Bianca Mattern in ihrem Resümee. „Sowohl der Bürgermeister, als auch alle meine Ansprechpartner waren äußerst zuvorkommend und haben meine Bemühungen um Betriebe, die beim Projekt mitmachen wollten, stark unterstützt.“

Das Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ ist nicht nur für die betroffenen Familien in Schärding und Umgebung wichtig, sondern auch für Urlauber und Ausflügler interessant.

Schärding ist eine wunderschöne Stadt, eine Barockperle in Oberösterreich, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann und kulturell und kulinarisch vieles zu bieten hat. Ein geschichtsträchtiger Ort, an dem schon Kaiser und Könige verweilten – mit wechselvoller Zugehörigkeit – mal bayrisch, mal österreichisch, aber immer heimatverbunden.

Dazu gehört der obere Stadtplatz, genannt die Silberzeile, benannt nach den damals dort ansässigen, reichen Kaufleuten – die barocken Farbtöne gehen auf die mittelalterlichen Zunftfarben zurück, die Stadtpfarrkirche aus der Zeit des ersten Kirchenbaus um 1307 – 1703, im spanischen Erbfolgekrieg schwer beschädigt und im Anschluss im Barock wieder aufgebaut, der frühere Burghof, der 1895 zum Schlosspark umgestaltet wurde sowie das Kurhaus, ein ehemaliges Kapuzinerkloster aus dem 16. Jahrhundert.

Ein besonderer Höhepunkt sind die beliebten Innschifffahrten durch das wildromantische Untere Inntal zwischen Schärding und Passau. Hier zeigt sich an vielen Stellen noch sehr deutlich, mit welchen Gefahren die frühere Schifffahrt auf dem Inn verbunden war.

Neben Schärding ist auf der bayerischen Seite die Stadt Passau Partner dieses Pilotprojekts. Mit vielen Aktionen, wie z. B. mit Info-Ständen wird darauf hingewiesen und viele Geschäfte und Betriebe konnten dafür schon gewonnen werden. Der Taler „Demenzfreundlich“ soll Senioren und pflegenden Angehörigen bei der Suche nach Unternehmen helfen, beiden denen sie sich sicher sein können, dass sie gut aufgehoben sind und man auf ihre speziellen Bedürfnisse eingeht.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Zeilen Lust machen konnte auf diese schöne Stadt Schärding am Inn. Ich selbst bin gerne da und freue mich immer, wenn mich mein Terminkalender wieder dorthin führt. Wenn möglich nehme ich mir Zeit zu einem Spaziergang am Inn oder ich fahre weiter in den angrenzenden Sauwald, im Sommer zum Wandern, im Winter zum Langlaufen. Sie sind herzlich willkommen in dieser schönen Stadt, auch und gerade wenn Sie schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Stadt Schärding, das Land Oberösterreich und Österreich heißen Sie herzlich willkommen. Wir sehen uns demnächst in Schärding am Inn Ihre

Eva-Maria Popp

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Betreuung & Pflege

„Mama,was arbeitet NONNA ANNA®?“

Diese Frage stellt der kleine Michael seiner Mama beim gemeinsamen Frühstück, die als NONNA ANNA® Betreuerin arbeitet.

„Ja, das ist eine gute Frage, lieber Michi“, antwortet die Mama. „Ich kümmere mich darum, dass es den alten Menschen, zu denen ich regelmäßig fahre, um sie zu betreuen, gut geht. Sie sollen sich wohl fühlen. Manche können nicht mehr so gut gehen. Die anderen hören schlecht. Bei vielen lässt das Gedächtnis nach. Sie haben vieles vergessen, was sie mal in ihrem Leben gelernt haben. Deshalb sind sie oft sehr ängstlich und unsicher. Ich komme zu ihnen und dann machen wir aus, was wir gemeinsam unternehmen. Dazu muss ich vieles aus dem Leben der Menschen wissen, damit ich auch die richtigen Vorschläge machen kann.

Heute fahre ich in der Früh zu Herrn Maier. Er ist 78 Jahre alt und er ist dement. Früher war er Polizist. Von seiner Frau weiß ich, dass er seinen Beruf sehr gerne mochte. Vor allem war er damals viel unterwegs und auf den Beinen. Das mag er immer noch gerne. Deshalb komme ich einmal pro Woche zu ihm und wir gehen gemeinsam durch die Stadt. Er erzählt mir dabei, was er so alles erlebt hat. Seine Frau kann sich in der Zwischenzeit ausruhen und kann alles erledigen,
wofür sie ansonsten keine Zeit hat. Manchmal geht sie zum Friseur oder sie putzt das Haus.

Danach geht´s für mich weiter zu Liane. Wir nennen uns beim Vornamen. Das wünscht sie sich. Liane ist 85 Jahre alt. Früher war sie Lehrerin. Jetzt ist sie dement. Sie mag es, wenn wir uns über Blumen unterhalten. Ich habe deshalb das NONNA ANNA® Garten material
dabei und wir sprechen über die Blumenkarten. Ich bin immer wieder erstaunt, was Liane alles weiß, wenn es um Blumen geht. Sie kennt sogar die botanischen Namen, obwohl sie alles andere vergessen hat. Wenn wir noch Zeit haben und es das Wetter zulässt, dann gehen wir auch in die Natur. Dabei kommen wir ins Gespräch und Liane ist sehr glücklich. Nach unserer gemeinsamen Arbeit ist sie sehr müde und ich bringe sie zu Bett. Ihr Mann hat durch meine NONNA ANNA® Arbeit bei Liane sehr lange Zeit für sich. Die braucht er auch dringend, weil das Zusammenleben mit einem demenziell erkrankten Menschen sehr anstrengend sein kann.

Das sind zwei Beispiele, lieber Michi. Heute Abend, beim Bettgehen erzähle ich dir noch mehr. Jetzt ist es Zeit zur Schule zu gehen und für mich geht´s zu meinem Polizisten. Ich wünsche dir einen schönen Tag.“

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Betreuung & Pflege

AKTION „Demenzfreundliche Stadt“ Passau und Schärding machen vor, wie es geht.

Als ich den Begriff zum ersten Mal gehört habe, war meine Neugierde groß. Demenzfreundliche Stadt? Was kann ich mir darunter vorstellen? Wozu soll diese Aktion dienen?

Sicher stellen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser diese Frage. Darum habe ich für Sie bei der Initiatorin nachgefragt. Es handelt sich dabei um Bianca Mattern, die in Passau den Betreuungsdienst NONNA ANNA® betreibt und zusätzlich deutschlandweit als Referentin und Dozentin in Sachen Demenz sehr gefragt ist.
Bianca Mattern ist in ihrem Grundberuf Montessoripädagogin und Montessoritherapeutin und war vor vielen Jahren die erste, die die Errungenschaften der Montessoripädagogik auf Senioren und vor allem Menschen mit Demenz übertragen hat.

„Hilf` mir, es selbst zu tun!“ lautete der Wahlspruch von Maria Montessori. Dieser gilt auch für den Umgang mit Senioren. „Vor allem Menschen mit Demenz darf man nicht in Watte packen“, meint Bianca Mattern. „Sie brauchen eine Herausforderung und eine Aktivierung. Wer rastet der rostet, auch und gerade wenn er/ sie dement ist. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass Menschen mit Demenz am ganz normalen Leben teilnehmen können. Ein Tässchen Tee im Café, ein Konzertbesuch im Theater, eine Behandlung der Lieblingskatze beim Tierarzt, eine neue Brille beim Optiker, ein Gespräch in der Anwaltskanzlei in Sachen Testament, eine neue Bluse für die Feierlichkeiten zum runden Geburtstag. Es gibt so viele Gelegenheiten, für die es Dienstleister und Geschäfte braucht, die darauf vorbereitet sind, wenn Kunden kommen, die demenziell erkrankt sind.

Der Umgang mit Menschen mit Demenz braucht zum einen Verständnis und Geduld, zum anderen Fingerspitzengefühl und Wissen. Am wichtigsten jedoch ist die Bereitschaft. Das alles ist es, was wir mit der Verleihung des Talers „Demenzfreundlich“ auszeichnen wollen. Pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz wissen, dass sie in Betrieben, die von uns ausgezeichnet werden, gut aufgehoben sind. Sie können sicher sein, dass sie gut behandelt werden und dass es in diesen Unternehmen menschlich zugeht.“

Wer hat die Auszeichnung „demenzfreundlich“ verdient? Bitte schlagen Sie Unternehmen vor, mit denen Sie gute Erfahrungen gemacht haben! Wenn Sie selbst ein Unternehmen leiten, das demenzfreundlich arbeitet, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Städte und Kommunen, die mitmachen wollen bei der Aktion „Demenzfreundliche Stadt“, sind ebenfalls herzlich willkommen.