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Eva-Maria-Popp Interviews & Stories

150 Jahre Franz Lehár – wir gratulieren von Herzen

Eine Gratulationscour von Eva-Maria Popp

Was wäre der Himmel voller Geigen –  in unseren Herzen, unseren Ohren, unseren Konzertsälen und im Besonderen in Bad Ischl ohne den großen Komponisten Franz Lehár.

„Dein ist mein ganzes Herz.“

Ja, lieber Franz Lehár, so ist es. Wir lieben dich, wir verehren dich, wir schwelgen in deinen Melodien. Du zauberst uns mit deiner Musik die Sonne ins Herz.

Wie gerne hätten wir dir zu deinem großen Geburtstagsjubiläum am 30. April in Bad Ischl die Ehre gegeben. Wie gerne hätten wir dich besucht und mit dir undden geladenen Honoratioren gebührend gefeiert.

Corona hat uns allen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb müssen wir alle zuhause bleiben. Umso mehr freuen wir uns über die gelungene Überraschung deiner Heimatgemeinde Bad Ischl und der Lehár Festspiele.

Gemeinsam mit Salzkammergut TV haben die Gemeinde Bad Ischl und die Festspielleitung eine besondere Sendung produziert. Gezeigt werden Raritäten, noch nie veröffentlichtes Bild- und Filmmaterial über dich, den Bad Ischler Ehrenbürger, sowie Interviews mit prominenten Vertretern des Genres, die ihre Erfahrungen mit deinem Gesamtwerk thematisieren!

Die Erstausstrahlung findet am Donnerstag, 30. 4., um 20 Uhr statt und kann auch über einen Livestream auf http://www.fotohofer.at/ gesehen werden.
Sie wird auch danach über Youtube weiterhin zu sehen sein!

Franz Lehár und sein Leben

Franz Lehár wurde am 30. April 1870 in Komorn in Österreich-Ungarn geboren, heute liegt der Ort in der Slowakei. Lehár, dessen Vater bereits Militärkapellmeister war, sollte nach seinem Studium u. a. bei Antonin Dvorak  jüngster Militär-Kapellmeister der k.u.k. Armee werden. Diese Tätigkeit führte ihn nach Pula, Triest, Budapest und schließlich Wien, wo er sich der Operette widmete. „Die lustigen Witwe“, Uraufführung 1905, wurde zu einem Welterfolg. Weitere große Erfolge folgten: „Der Graf von Luxemburg“, „Zigeunerliebe“ und „Eva“.

Die Villa in Bad Ischl erwarb Franz Lehár im Jahre 1912 von der Herzogin von Sabran. Bis zu seinem Tod verbrachte er fast alle Sommer in Bad Ischl und fühlte sich in seiner Villa an der Traun stets wohl und stellte fest: „In Ischl habe ich immer die besten Ideen…“.

Viele seiner Meisterwerke hat er hier geschaffen. 1948 wurde er Ehrenbürger der Stadt Bad Ischl. Am 24. Oktober 1948 ist er in seiner Bad Ischler Villa verstorben. Sein Grab befindet sich auf dem Bad Ischler Stadtfriedhof.

Sein Nachlass in Bad Ischl wurde in das Verzeichnis des UNESCO-Dokumenterbes „Gedächtnis der Menschheit“ aufgenommen. Im „Stöckl“, dem Nebengebäude seiner Villa wird bald ein Opettenarchiv zur Verfügung stehen. In Zusammenarbeit der Stadtgemeinde mit dem Bundesdenkmalamt und der Kulturdirektion des Landes OÖ laufen Vorarbeiten für eine umfassende Renovierung der Lehár Villa. Sein musikalisches Erbe pflegt das Bad Ischler Lehár Festival.

Gut zu wissen:

Franz Lehár ist Motiv einer Sonderbriefmarke der Österreichischen Post, die am 11. Juli bei einem Sonderpostamt in Bad Ischl erstmals ausgegeben wird.

Liebe Leserinnen und Leser der „WIA – Wohlfühlen im Alter“,

Wir hoffen sehr, dass wir Ihnen mit diesen interessanten Informationen über den Operettenkönig Franz Lehár die Zeit der coronabedingten Kontaktsperre etwas erleichtern konnten. Wie immer bringen wir die große weite Welt der Musik, der Kultur, des Reisens, der Gesundheit und der Pflege in ihr Wohnzimmer.

Ihre Eva-Maria Popp

Wohlfühlen im Alter

Chefredakteurin

Lesen Sie auch unsere bisherigen Artikel über Bad Ischl unter folgenden Links:

https://www.wia-magazin.de/index.php/sisi-in-bad-ischl/

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Eva-Maria-Popp Im Gespräch Interviews & Stories

Kaiserwetter für die kaiserliche Hoheit

Erzherzog Markus von Habsburg-Lothringen wurde 70

Strahlend blau und frühlingsmild zeigte sich die Sonne am Nachmittag des 02. April und unterstrich die fröhliche Gelassenheit mit der seine kaiserliche Hoheit, Erzherzog Markus von Habsburg-Lothringen in der berühmten Kaiservilla von Bad Ischl seinen 70. Geburtstag feierte.

Der hochherrschaftliche Park der Kaiservilla inmitten der beeindruckenden Bergwelt des Salzkammerguts dient als passende Kulisse für ein stimmungsvolles Fest, das schöner nicht hätte sein können. Viele fleißige Hände servieren raffinierte Getränke wie Erdbeeren auf Champagner und edle Weine. Auch die Menükarte überrascht mit feinen Speisen nach bester österreichischer Traditionsküche.

Ehrenkompanien umrahmen das kaiserliche Fest mit bunten Uniformen und Salutschüssen und viele der Gratulanten sind in Bad Ischler Tracht gekleidet, was dem Fest eine besondere Note gibt.

Die Kaiservilla kennen Sie, liebe Leserinnen und Leser aus den berühmten Sissifilmen mit Romy Schneider. Der junge Kaiser Franz Joseph verliebte sich in der Kaiservilla, die der Familie seit jeher als Sommerresidenz diente, in die bildhübsche Sissi. So war es die Kaiservilla, in der der Aufstieg der kleinen bezaubernden bayerischen Prinzessin Elisabeth zur legendären Kaiserin von Österreich begann.

In diesem geschichtsträchtigem Haus bin ich heute eingeladen um exklusiv für Sie von diesem kaiserlichen Geburtstagsfest zu berichten. Sissi ist die Urgroßmutter unseres Jubilars. Erzherzog Markus kann sich noch gut an seine Großmutter Valerie erinnern, die Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph, wie er mir bei einem Gläschen Wein erzählt.

Das Jahr seines 70. Geburtstages fällt zusammen mit dem 100. Todestag seines Urgroßvaters Kaiser Franz Joseph, der 1916 gestorben ist.

Dieses Ereignis wird derzeit in ganz Österreich mit zahlreichen Jubiläumsausstellungen begangen. Seit 40 Jahren ist die Kaiservilla nun im Besitz von Erzherzog Markus, der in einem Seitenflügel der kaiserlichen Residenz mit seiner zauberhaften Frau Hilde und den drei inzwischen erwachsenen Kindern wohnt und das herrschaftliche Haus zugleich Museum betreibt. Als Jurist weiß er worauf es ankommt einen Betrieb zu führen.

Seine kaiserliche Hoheit hat 12 Geschwister und ist über die Hochzeiten seiner Schwester mit dem regierenden Haus derer von Liechtenstein verbunden. Auch der Erbprinz von Baden ist sein Schwager und viele andere Mitglieder des europäischen Hochadels sind mit der erzherzoglichen Familie verwandt.

Ich freue mich, dass ich exklusiv für die Leserinnen der Neuen Post dabei sein darf, bei dieser besonderen Geburtstagsfeier und habe natürlich ein besonderes Geschenk dabei: Das Kinderbuch „Kaiser für Kinder“, das aus meiner Feder stammt und das Leben und Wirken von Kaiser Franz Joseph speziell für Kinder beschreibt.

Ich habe die Ehre mein Buch für den Erzherzog persönlich zu signieren und es ihm als persönliches Geschenk zu überreichen. Er hat sich sehr darüber gefreut und bedankt sich mit einer privaten Führung durch die Kaiservilla bei mir.

Es ist wunderbar seine Erzählungen aus der Geschichte zu hören, wenn er durch das Haus geht. Die Kaiservilla ist kein gewöhnliches Museum, es lebt durch die Anwesenheit der Familie des Erzherzogs.

Danach habe ich die Ehre mit dem ältesten Sohn, Erzherzog Valentin und seiner Frau Christine zu sprechen. Der Diplomingenieur für IT Sicherheit und die Architektin leben derzeit noch in Wien und erwarten in Kürze ihr erstes Baby. Wir unterhalten uns über das Leben in der großen Familie der Habsburger und ich erfahre, dass es in regelmäßigen Abständen eine Wallfahrt nach Rom gibt, zu der sich alle Familienmitglieder aus der ganzen Welt treffen.

Noch immer gelten die Hausgesetze der Habsburger. Das heißt dass das derzeitige Oberhaupt der Familie Habsburg, Erzherzog Karl der Heirat des jungen Paares zustimmen musste.

Nach dem Dessert plausche ich mit der österreichischen SocietyLady Eva Gräfin von Walderdorff, die eine sehr enge Freundin Hilde und Markus ist, wie sie das erzherzogliche Paar liebevoll nennt. Sie ist aber auch mit vielen anderen Habsburgern eng befreundet, wie Erzherzog Karl und seiner Frau Francescar Baronin von Thyssen-Bornemisza. Ich bewundere den schönen Trachtenschmuck der Gräfin und so entdecken wir unsere gemeinsame Liebe für edles Metall und wertvolle Steine. Die Gräfin berichtet mir daraufhin von ihrem Hochzeitsdiadem aus der edlen Wiener Juwelierwerkstatt Köchert, das sie von ihrem Ehemann zur Hochzeit bekam. Prinz August aus Hannover hat es persönlich bewundert und als besonders schönes Stück bezeichnet, als es bei Köchert zu einer Jubiläumsausstellung zusammen mit dem berühmten Haarschmuck der Kaiserin, den Sisisternen, gezeigt wurde.

Da das angeregte Gespräch immer wieder von Musikdarbietungen für den Jubilar unterbrochen wird verabrede ich mich mit der Gräfin zu einem Nachmittagskaffee in Salzburg. Dort werden wir unsere Unterhaltung weiterführen und das eine oder andere gemeinsame Projekt besprechen.

Nach einem bezaubernden und ganz besonderen Nachmittag mahnt die untergehende Sonne die zahlreichen Gäste zum Aufbruch und ein wunderschönes Fest geht zu Ende.

Ich freue mich schon auf meinem nächsten Besuch in der Kaiservilla und viele gemeinsame Projekte mit der sympatischen Familie von Habsburg.

Danke für die Einladung auch im Namen meiner Leserinnen und Leser an Erzherzog Markus von Habsburg Lothringen und seine Familie.

Wenn auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, das besondere Ambiente der Kaiservilla erleben wollen, dann machen Sie sich auf nach Bad Ischl und grüßen Sie den Erzherzog von mir, wenn Sie Ihn treffen. Die Kaiservilla in Bad Ischl ist immer eine Reise und einen Besuch wert.

Herzliche Grüße aus der Kaiservilla.

Ihre Eva-Maria Popp

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Betreuung & Pflege Eva-Maria-Popp Freizeit Städte & Kultur

SCHÄRDING – EINE STADT MIT HERZ

Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ – ein Qualitätsmerkmal der besonderen Art

Die Stadt Schärding ist bekannt für ihren Charme, ihre Schönheit, ihre besondere Lebensart und für ihr gutes Essen. Jetzt ist noch ein neues, sehr wichtiges Attribut hinzugekommen. Seit einem halben Jahr ist Schärding, die Barockperle am Inn, aufgenommen in die Riege der Demenzfreundlichen Städte.

Die Initiative für diesen besonderen Titel ist von Bianca Mattern ausgegangen, die sich seit über 20 Jahren darum bemüht, dass das Thema Demenz in der Öffentlichkeit präsent ist. Sie hat dazu schon viele Bücher geschrieben und ist eine gefragte Interviewpartnerin in Funk und Fernsehen, wenn über das Thema Demenz informiert und diskutiert wird. Vor allem hat sie als eine der ersten die allseits anerkannte Montessoripädagogik in die Arbeit mit demenziell Erkrankten übertragen. Seither steht der Slogan „Selbstbestimmt leben mit Demenz“ über ihrer Arbeit. Mit ihrem Betreuungsdienst NONNA ANNA®, der auf der Basis der Montessoripädagogik arbeitet, sorgt sie für ein lebenswertes Leben trotz und mit Demenz.

Pflegende Angehörige und Betroffene selbst können sich ein Stück Lebensqualität zurückerobern, wenn NONNA ANNA® die Betreuung übernimmt. Diese Arbeit und die daraus resultierenden zahlreichen Erfahrungen, die Bianca Mattern während der vergangenen 20 Jahre gemacht hat, wenn es um die Präsenz von Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum geht, haben den Anstoß gegeben zur Initiative „Demenzfreundliche Stadt“. Das bedeutet, dass sich Kommunen, Vereine, Institutionen, Gewerbetriebe, Dienstleister und Händler in einer Stadt mit dem Thema Demenz beschäftigen. Sie erfahren in Schulungen, wie sie mit demenziell Erkrankten umgehen sollten, diese Krankheit erkennen, helfen und unterstützen können. Meist sind es nur ein paar gute Worte, Verständnis und der sensible Umgang, der nötig ist, um die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen optimal zu unterstützen, wenn Einkäufe, Arzt- oder Behördenbesuche anstehen.

Bianca Mattern ist sehr erfreut, dass sich die Stadt Schärding als Testkommune für dieses überregionale Pilotprojekt zur Verfügung gestellt hat, das zudem von der Euregio gefördert wird. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war hervorragend“, meint Bianca Mattern in ihrem Resümee. „Sowohl der Bürgermeister, als auch alle meine Ansprechpartner waren äußerst zuvorkommend und haben meine Bemühungen um Betriebe, die beim Projekt mitmachen wollten, stark unterstützt.“

Das Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ ist nicht nur für die betroffenen Familien in Schärding und Umgebung wichtig, sondern auch für Urlauber und Ausflügler interessant.

Schärding ist eine wunderschöne Stadt, eine Barockperle in Oberösterreich, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann und kulturell und kulinarisch vieles zu bieten hat. Ein geschichtsträchtiger Ort, an dem schon Kaiser und Könige verweilten – mit wechselvoller Zugehörigkeit – mal bayrisch, mal österreichisch, aber immer heimatverbunden.

Dazu gehört der obere Stadtplatz, genannt die Silberzeile, benannt nach den damals dort ansässigen, reichen Kaufleuten – die barocken Farbtöne gehen auf die mittelalterlichen Zunftfarben zurück, die Stadtpfarrkirche aus der Zeit des ersten Kirchenbaus um 1307 – 1703, im spanischen Erbfolgekrieg schwer beschädigt und im Anschluss im Barock wieder aufgebaut, der frühere Burghof, der 1895 zum Schlosspark umgestaltet wurde sowie das Kurhaus, ein ehemaliges Kapuzinerkloster aus dem 16. Jahrhundert.

Ein besonderer Höhepunkt sind die beliebten Innschifffahrten durch das wildromantische Untere Inntal zwischen Schärding und Passau. Hier zeigt sich an vielen Stellen noch sehr deutlich, mit welchen Gefahren die frühere Schifffahrt auf dem Inn verbunden war.

Neben Schärding ist auf der bayerischen Seite die Stadt Passau Partner dieses Pilotprojekts. Mit vielen Aktionen, wie z. B. mit Info-Ständen wird darauf hingewiesen und viele Geschäfte und Betriebe konnten dafür schon gewonnen werden. Der Taler „Demenzfreundlich“ soll Senioren und pflegenden Angehörigen bei der Suche nach Unternehmen helfen, beiden denen sie sich sicher sein können, dass sie gut aufgehoben sind und man auf ihre speziellen Bedürfnisse eingeht.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Zeilen Lust machen konnte auf diese schöne Stadt Schärding am Inn. Ich selbst bin gerne da und freue mich immer, wenn mich mein Terminkalender wieder dorthin führt. Wenn möglich nehme ich mir Zeit zu einem Spaziergang am Inn oder ich fahre weiter in den angrenzenden Sauwald, im Sommer zum Wandern, im Winter zum Langlaufen. Sie sind herzlich willkommen in dieser schönen Stadt, auch und gerade wenn Sie schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Stadt Schärding, das Land Oberösterreich und Österreich heißen Sie herzlich willkommen. Wir sehen uns demnächst in Schärding am Inn Ihre

Eva-Maria Popp

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Betreuung & Pflege

„Mama,was arbeitet NONNA ANNA®?“

Diese Frage stellt der kleine Michael seiner Mama beim gemeinsamen Frühstück, die als NONNA ANNA® Betreuerin arbeitet.

„Ja, das ist eine gute Frage, lieber Michi“, antwortet die Mama. „Ich kümmere mich darum, dass es den alten Menschen, zu denen ich regelmäßig fahre, um sie zu betreuen, gut geht. Sie sollen sich wohl fühlen. Manche können nicht mehr so gut gehen. Die anderen hören schlecht. Bei vielen lässt das Gedächtnis nach. Sie haben vieles vergessen, was sie mal in ihrem Leben gelernt haben. Deshalb sind sie oft sehr ängstlich und unsicher. Ich komme zu ihnen und dann machen wir aus, was wir gemeinsam unternehmen. Dazu muss ich vieles aus dem Leben der Menschen wissen, damit ich auch die richtigen Vorschläge machen kann.

Heute fahre ich in der Früh zu Herrn Maier. Er ist 78 Jahre alt und er ist dement. Früher war er Polizist. Von seiner Frau weiß ich, dass er seinen Beruf sehr gerne mochte. Vor allem war er damals viel unterwegs und auf den Beinen. Das mag er immer noch gerne. Deshalb komme ich einmal pro Woche zu ihm und wir gehen gemeinsam durch die Stadt. Er erzählt mir dabei, was er so alles erlebt hat. Seine Frau kann sich in der Zwischenzeit ausruhen und kann alles erledigen,
wofür sie ansonsten keine Zeit hat. Manchmal geht sie zum Friseur oder sie putzt das Haus.

Danach geht´s für mich weiter zu Liane. Wir nennen uns beim Vornamen. Das wünscht sie sich. Liane ist 85 Jahre alt. Früher war sie Lehrerin. Jetzt ist sie dement. Sie mag es, wenn wir uns über Blumen unterhalten. Ich habe deshalb das NONNA ANNA® Garten material
dabei und wir sprechen über die Blumenkarten. Ich bin immer wieder erstaunt, was Liane alles weiß, wenn es um Blumen geht. Sie kennt sogar die botanischen Namen, obwohl sie alles andere vergessen hat. Wenn wir noch Zeit haben und es das Wetter zulässt, dann gehen wir auch in die Natur. Dabei kommen wir ins Gespräch und Liane ist sehr glücklich. Nach unserer gemeinsamen Arbeit ist sie sehr müde und ich bringe sie zu Bett. Ihr Mann hat durch meine NONNA ANNA® Arbeit bei Liane sehr lange Zeit für sich. Die braucht er auch dringend, weil das Zusammenleben mit einem demenziell erkrankten Menschen sehr anstrengend sein kann.

Das sind zwei Beispiele, lieber Michi. Heute Abend, beim Bettgehen erzähle ich dir noch mehr. Jetzt ist es Zeit zur Schule zu gehen und für mich geht´s zu meinem Polizisten. Ich wünsche dir einen schönen Tag.“

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Betreuung & Pflege

AKTION „Demenzfreundliche Stadt“ Passau und Schärding machen vor, wie es geht.

Als ich den Begriff zum ersten Mal gehört habe, war meine Neugierde groß. Demenzfreundliche Stadt? Was kann ich mir darunter vorstellen? Wozu soll diese Aktion dienen?

Sicher stellen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser diese Frage. Darum habe ich für Sie bei der Initiatorin nachgefragt. Es handelt sich dabei um Bianca Mattern, die in Passau den Betreuungsdienst NONNA ANNA® betreibt und zusätzlich deutschlandweit als Referentin und Dozentin in Sachen Demenz sehr gefragt ist.
Bianca Mattern ist in ihrem Grundberuf Montessoripädagogin und Montessoritherapeutin und war vor vielen Jahren die erste, die die Errungenschaften der Montessoripädagogik auf Senioren und vor allem Menschen mit Demenz übertragen hat.

„Hilf` mir, es selbst zu tun!“ lautete der Wahlspruch von Maria Montessori. Dieser gilt auch für den Umgang mit Senioren. „Vor allem Menschen mit Demenz darf man nicht in Watte packen“, meint Bianca Mattern. „Sie brauchen eine Herausforderung und eine Aktivierung. Wer rastet der rostet, auch und gerade wenn er/ sie dement ist. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass Menschen mit Demenz am ganz normalen Leben teilnehmen können. Ein Tässchen Tee im Café, ein Konzertbesuch im Theater, eine Behandlung der Lieblingskatze beim Tierarzt, eine neue Brille beim Optiker, ein Gespräch in der Anwaltskanzlei in Sachen Testament, eine neue Bluse für die Feierlichkeiten zum runden Geburtstag. Es gibt so viele Gelegenheiten, für die es Dienstleister und Geschäfte braucht, die darauf vorbereitet sind, wenn Kunden kommen, die demenziell erkrankt sind.

Der Umgang mit Menschen mit Demenz braucht zum einen Verständnis und Geduld, zum anderen Fingerspitzengefühl und Wissen. Am wichtigsten jedoch ist die Bereitschaft. Das alles ist es, was wir mit der Verleihung des Talers „Demenzfreundlich“ auszeichnen wollen. Pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz wissen, dass sie in Betrieben, die von uns ausgezeichnet werden, gut aufgehoben sind. Sie können sicher sein, dass sie gut behandelt werden und dass es in diesen Unternehmen menschlich zugeht.“

Wer hat die Auszeichnung „demenzfreundlich“ verdient? Bitte schlagen Sie Unternehmen vor, mit denen Sie gute Erfahrungen gemacht haben! Wenn Sie selbst ein Unternehmen leiten, das demenzfreundlich arbeitet, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Städte und Kommunen, die mitmachen wollen bei der Aktion „Demenzfreundliche Stadt“, sind ebenfalls herzlich willkommen.

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Eva-Maria-Popp Freizeit Interviews & Stories

NONNA ANNA BEIM IRONMAN ITALY

Herausforderungen bewältigen

“You are an Ironman, Max.” So schallte es am 21. September um 23.45 Uhr aus den Lautsprechern am Zieleinlauf beim Ironman Italy. Wir, das Forza Max NonnaAnna Unterstützerteam konnten es kaum glauben und waren vollkommen aus dem Häuschen.

UNSER MAX hat es geschafft. Vier Kilometer Schwimmen im offenen Meer, 180 Kilometer Fahrradfahren in der Hitze Italiens und 42 km Laufen. Das war das strenge Programm, das er zu bewältigen hatte.

Max ist das rechnende Gehirn bei NonnaAnna. Er zeichnet verantwortlich für die Kalkulationen, wenn NonnaAnna ein neues Produkt oder neue Dienstleistungen einführt. Den Ironman hat er für all die Senioren und Menschen mit Handicap bestritten, die jeden Tag ihren persönlichen Ironman bewältigen. Senioren und Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen haben jeden Tag mit den größten Herausforderungen zu kämpfen. Max wollte ein Zeichen setzten und will allen Menschen mit Handicap sagen: „Leute, ihr schafft das. Holt euch Hilfe und Unterstützung! Ich habe es gerade erlebt, wie es ist, wenn man Menschen um sich hat, die einem Mut machen und motivieren. Es hat mir unheimlich gut getan, als ich mein NonnaAnna Forza Max Team am Straßenrand gesehen habe. Zweimal war ich knapp davor aufzugeben. Als ich mein Team wahrgenommen habe, hatte ich wieder die Kraft zum Weitermachen.“

Danke Max, für diese aufmunternden Worte. Ja, gemeinsam sind wir stark. Wir, von NonnaAnna geben Hilfe zur Selbsthilfe. Wir unterstützen Menschen mit Demenz sehr individuell und genau dann, wenn sie uns brauchen. Wir machen all das, was Sie schon lange wieder einmal tun wollten.

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Bianca Mattern Freizeit Städte & Kultur

NONNA ANNA® IN MOSKAU

NONNA ANNA® ist ein Beschäftigungs- und Betreuungskonzept, das von Montessoritherapeutin Bianca Mattern vor 22 Jahren auf Basis der Montessoripädagogik begründet wurde. Bianca Mattern war damals die erste, die den Transfer der Montessoripädagogik zur Seniorenarbeit hergestellt hat. Seither hat sie über 20 seniorenpädagogische Materialien entwickelt, die sehr zur Selbstbestimmung und zu einem glücklichen und angenehmen Leben von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen beitragen.

In der Betreuung nach Montessori wird der größte Wert auf ein hohes Maß an Individualität gelegt, denn wie im richtigen Leben, hat nicht jeder Mensch die gleichen Vorlieben und nicht jede Biographie hat ein und denselben Hintergrund. Sogar nonverbal klappt die Kommunikation bei NONNA ANNA®, was ein Segen ist für Menschen mit Demenz und denjenigen, die mit und für sie arbeiten. Durch die wertschätzende Art und das Material fällt es Menschen mit Demenz leicht, ihre Bedürfnisse zu äußern. Den Betreuern wiederum ist es damit möglich, zu erkennen, was der demenziell Erkrankte gerade braucht und womit man ihm Gutes tun kann. Das bezieht sich im Übrigen auch auf die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen.

Die NONNA ANNA® Betreuer kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit und kümmern sich auf Augenhöhe um die demenziell Erkrankten. Für sie zählen nicht die Stech uhr und der Stundentakt, sondern exakt das, was im Moment gefragt ist.

Kein Wunder, dass die Gründerin des NONNA ANNA®Konzepts eine gefragte Vortragsrednerin – auch über die Grenzen von Deutschland hinaus – ist. Ob in New York oder Italien, in Göteborg oder der Türkei, in Japan oder in Prag… NONNA ANNA® findet immer Anklang, wenn es um Innovation in der Betreuung geht. Aktuell reiste
Bianca Mattern nach Moskau, um dort in einer zweitägigen Fortbildung für Fachpersonal in Russland von Montessori für Senioren und NONNA ANNA® zu referieren.

Für die WIA Leserinnen und Leser erzählt sie ihre Eindrücke, die sie in Moskau gesammelt hat: „Moskau ist eine Stadt, die polarisiert – ein Meer voller Lichter, prunkvoller Bauten und unendlicher Geschäftigkeit. Ich habe direkt am Roten Platz gewohnt und konnte mich gar nicht sattsehen am Blick auf den Kreml. Der Austausch mit dem pädagogischen Fachpersonal war sehr gut und auf Augenhöhe. Allerdings war deutlich erkennbar, dass der Mensch als Individuum in Russland nicht den Stellenwert hat wie in Deutschland. Der Begriff der Selbstbestimmung, der bei uns, vor allem in der Arbeit mit Senioren, sehr hoch aufgehängt ist, spielt nicht die große und zentrale Rolle. Eine Babuschka ist eine Frau, die geachtet und geehrt wird. Häufig ist sie jedoch bitterarm, wie ihre Verwandten, die sich um sie kümmern. Der Kampf ums Überleben in weiten Teilen der Bevölkerung steht verständlicherweise an erster Stelle.

Es gibt unendlichen Reichtum in einem kleinen Teil der Bevölkerung und sehr viel Armut, die trotz der glitzernden Fassade und der prall gefüllten Kaufhäuser zu erkennen ist. Das macht das Leben für Senioren in Moskau nicht gerade leicht.

Besonders aufgefallen sind mir der Familiensinn und die große Hilfsbereitschaft. Vor allem pädagogische Themen, wie Barrierefreiheit und der Umgang mit Menschen mit Behinderung spielen von Staats wegen eine große Rolle. Diese sozialen Themen wurden von Präsident P utin persönlich in den Vordergrund gestellt. Das Land soll in Bezug auf Barrierefreiheit eine Vorreiterrolle spielen. Das ist auf alle Fälle anerkennenswert und sehr sinnvoll.

Ich bin nach Hause gekommen voll von tiefen Eindrücken und menschlichen Erlebnissen, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ich hoffe, dass das nicht meine letzte Reise nach Moskau war, um die Montessori pädagogik und NONNA ANNA® dort voranzubringen.“