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CANNABIS: geschätzt – verflucht – neu entdeckt

Cannabis gehört zu der Pflanzenfamilie der Hanfgewächse und ist eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen, welche die Menschheit kennt. Der Wirkstoff wird aus den getrockneten Blüten der weiblichen Pflanze gewonnen. Je nach Cannabissorte mit einer unterschiedlichen Konzentrationen von THC, CBD und anderen Cannabinoiden.

Schon die alten Inder und Chinesen wussten vor tausenden von Jahren um ihre heilenden Kräfte und vor ca. 100 Jahren waren Cannabis/ Hanfmedikamente in jeder Hausapotheke in Deutschland zu finden. Für viele war es auch einfach nur ein billiger Tabak.

In der Zeit der Hippies war es die Modedroge schlechthin und wir alle erinnern uns noch an die Fotos der Blumenkinder mit ihren selbstgedrehten „Tüten“ und dem Beatles-Kulthit „All you need is love“. Durch eine aus den USA stark vorangetriebene Prohibition gegen Cannabis und der damit verbundenen Befürchtungen über Missbrauch traten die medizinischen Eigenschaften in den Hintergrund und eine Heilpflanze wurde zur „bösen“ Droge. Wie immer machen es die Dosis und der Anwender!

Seit März 2017 ist Cannabis in Deutschland als verschreibungspflichtiges Medikament zugelassen und erstattungsfähig und wird erfolgreich u.a. in der Schmerztherapie eingesetzt.

Wichtig ist dabei die individuelle Abstimmung mit dem Patienten und der Entwicklung, der für ihn passenden Cannabissorte nach THC- und CBD-Anteil. Die Abstimmung erfolgt über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen. Danach kann sich in vielen Fällen eine deutliche Verbesserung von Schlaf und Appetit, eine innere Ausgeglichenheit und vor allem ein Schmerzrückgang einstellen.

Viele Patienten berichten ganz allgemein von einer verbesserten Lebensqualität. Auch kommt es bei der richtigen Dosierung auf die Tageszeit an. Am Tag soll die Dosierung und jeweilige Sorte nicht “sedierend“ wirken und für die Nacht sollte sie den Schlaf fördern. Moderne Geräte wie ein Vaporizer helfen dabei sehr gut und Extrakte vereinfachen die Einnahme selbst für ältere Patienten.

Doch viele Ärzte scheuen sich noch von gewohnten, herkömmlichen „chemischen Keulen“, mit all seinen Nebenwirkungen, zurück zu „Mutter Natur“ zu wechseln. Auch die Krankenkassen sind hier nicht hilfreich, ganz im Gegenteil: Durch einen fast undurchschaubaren Wulst an Formularen und langen Wartezeiten bei der Genehmigung, machen sie es Arzt und Patient oft unnötig schwer.

Da sind uns die Kanadier um Jahre voraus! Dort wird auch das meiste Cannabis angebaut und geerntet, das in der Medizin Verwendung findet, denn in Deutschland ist der Anbau immer noch verboten. Um eine gleichbleibende Qualität der Inhaltsstoffe für die Patienten zu gewähren, ist ein aufwändiges Anbauverfahren in Gewächshäusern notwendig. Auch die Standards der Qualitätsprüfung und Verpackung sind genauestens genormt. So in Kanada geprüft, macht sich das Paket auf den Weg nach Deutschland, wo es sofort noch einmal kontrolliert wird. Doch bevor es der Patient von der Apotheke erhält, muss auch diese die Ware nochmals prüfen und das macht den Einkauf für den Patienten sehr teuer, wenn er kein Kassenrezept erhält!

Patienten, die eine Ausnahmegenehmigung vor dem März 2017 hatten und sich auf dem „freien Markt“ versorgten, wissen dies nur all zu gut.

Mein Fazit: Cannabis kann die Lebensqualität gerade bei Schmerzpatienten entscheidend verbessern. Vor allem ältere Patienten sind davon betroffen.