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Recht & Geld

Wenn die Immobilie zur Last wird

Viele Senioren haben ein Leben lang gearbeitet, um nicht zu sagen geschuftet und einen Teil ihrer Altersvorsorge in Form von Immobilien angelegt. Das ist und war sicherlich eine gute Strategie, vor allem in einer Zeit, wie wir sie jetzt haben, da Geld zunehmend an Wert verliert und das „Betongold“ bleibt. Einen Nachteil jedoch hat die Immobilie. Man muss sich darum kümmern.

Am Anfang der „Seniorenzeit“, wenn das langersehnte Rentenalter endlich erreicht ist, mag die Beschäftigung mit der Immobilie für den einen oder anderen „ehemaligen Schreibtischtäter“ noch eine willkommene Abwechslung im Rentnerdasein bilden. Er/sie hat eine sinnvolle Aufgabe. Allerdings fällt das Erledigen der anfallenden Pflichten rund um eine Immobilie mit zunehmendem Alter immer schwerer. Dann ist es Zeit, an eine Erleichterung zu denken und sich von der Last diverser Pflichten zu befreien, wie beispielsweise das Erstellen von Nebenkostenabrechnungen, die Suche nach neuen Mietern, das Ausfüllen von Mietverträgen, die Überwachung eines regelmäßigen Zahlungseinganges der Miete, das Beauftragen von Handwerkern oder das Bestellen eines Winterdienstes. Aber auch die selbstgenutzte Immobilie wird von Jahr zu Jahr mehr Last als Lust.

Spätestens wenn Sie das Gefühl haben, dass sie sich überfordert fühlen, MÜSSEN Sie handeln. Es gibt auch in diesem Fall gute Möglichkeiten der Hilfe. So können Sie eine Immobilie bereits zu Lebzeiten an Ihre Kinder übergeben und sich ein sogenanntes Nießbrauchrecht eintragen lassen.

Das bedeutet, dass Sie zwar nicht mehr Eigentümer sind und somit auch von allen Pflichten befreit sind, die von einer Eigentümerstellung herrühren, jedoch die Rechte der Nutzung auf Sie laufen können. Sie können sich auch anderweitig Hilfe holen, indem Sie eine Hausverwaltung beauftragen, die Angelegenheiten, die mit Ihrem Hauseigentum zu tun haben, für Sie zu erledigen.

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Recht & Geld

Wissenswertes rund um Vollmachten und Betreuung

Damit im Alter Ihr gutes Recht erhalten bleibt

Nicht selten kommt es vor, dass Menschen aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung bzw. Erkrankungen nicht mehr in der Lage sind, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Vor allem bei demenziell erkrankten Menschen kommt dies mit fortschreitendem Krankheitsverlauf vor. In diesen Fällen kann eine rechtliche Betreuung gem. § 1896 ff. BGB erforderlich sein. Da die Zahl von demenziell erkrankten Menschen immer mehr zunimmt, möchte ich Ihnen im Folgenden einen Überblick zur rechtlichen Betreuung verschaffen.

Über eine rechtliche Betreuung entscheidet das Betreuungsgericht. Ein sogenanntes Betreuungsverfahren, also die Entscheidung, ob ein Betreuer notwendig ist, sowie die Bestellung einer bestimmten Person als Betreuer, wird in der Regel durch Antrag von Angehörigen, behandelnden Ärzten oder Anregungen aus dem näheren Umfeld des Betroffenen an das Gericht ins Rollen gebracht. Aber auch der Betroffene selbst kann dies tun. Jedoch kann eine Betreuung auch gegen den Willen des Betroffenen eingerichtet werden, wenn dieser seine Situation geistig nicht mehr erfassen kann. Das Gericht lässt daraufhin ein ärztliches Gutachten über die Notwendigkeit einer Betreuung erstellen. Im Regelfall wird danach entschieden.

Meist werden pflegende Angehörige als ehrenamtliche Betreuer eingesetzt. Lehnen diese wegen Überforderung oder Überlastung ab oder liegt eine dementsprechende Betreuungsverfügung des Betroffenen vor, wird vom Gericht ein Berufsbetreuer eingesetzt. Aber bedenken Sie, dass dieser mehr Geld kostet. Je nach finanzieller Situation muss der Betreute die Kosten für die Betreuung sowie für das Betreuungsverfahren vor Gericht teilweise oder vollständig aus eigener Tasche zahlen.

Ein Betreuer ist nur für die vom Betreuungsgericht zugewiesenen Aufgabenbereiche zuständig. Beispiele für solche Aufgabenbereiche sind Vermögenssorge, Gesundheitssorge oder Aufenthaltsbestimmung. Der Betreuer ist damit für die jeweiligen Angelegenheiten aus den zugewiesenen Aufgabenbereichen verantwortlich. Gehört beispielsweise zum Vermögen des Betreuten ein Wohnblock aus mehreren Mietwohnungen, muss sich der Betreuer auch um sämtliche Mietangelegenheiten kümmern und diese überwachen bzw. regeln, sofern dem Betreuer dieser Aufgabenkreis zugewiesen ist. Wobei zu beachten ist, dass durch eine Betreuerbestellung grundsätzlich nicht die Geschäftsfähigkeit des zu Betreuenden eingeschränkt wird. Dafür gibt es den sogenannten Einwilligungsvorbehalt. Die Anordnung eines Einwilligungsvorbehaltes hat zur Folge, dass die Geschäftsfähigkeit des zu Betreuenden eingeschränkt wird. Die betroffene Person kann Geschäfte zwar abschließen, diese bedürfen aber immer der Zustimmung des Betreuers. Ansonsten sind die Geschäfte nicht wirksam. Der Betreuer ist verpflichtet, soweit möglich, nach den Wünschen und Vorstellungen des Betroffenen zu handeln. Dabei ist es auch üblich, Angehörige über Vorlieben und Lebensphilosophien des Betroffenen zu befragen, falls dieser nicht mehr selbst dazu in der Lage ist. Denn nur so kann sich ein Fremder in die Welt des Betreuten einfühlen und nach dessen Wünschen und Bedürfnissen bestmöglich Entscheidungen treffen. Der Betreuer sollte dem Betroffenen selbstbestimmt dessen Alltag gestalten lassen, selbstverständlich nur im Rahmen dessen, wie es die geistige oder körperliche Erkrankung bzw. Behinderung zulässt

Berufsbetreuer werden regelmäßig durch das Gericht kontrolliert und müssen dabei über ihre getätigten Handlungen Rechenschaft ablegen. Das Betreuungsgericht kann einen Betreuer wieder entlassen, wenn dieser nicht zum Wohle des Betreuten handelt. Dadurch sollen Missbrauch oder eigennützige Entscheidungen verhindert werden. Auch benötigen Betreuer bei schwerwiegenden Entscheidungen gem. §1904 ff. BGB zusätzlich eine Genehmigung des Betreuungsgerichts. Dies ist unter anderem der Fall bei Entscheidungen, die die Gesundheit des demenziell Erkrankten gefährden oder freiheitsentziehende Maßnahmen betreffen, wie eine gefährliche Operation, das Verabreichen von bestimmten Psychopharmaka oder das Anbringen von Bettgittern oder Anlegen von Bauchgurten in den Altenheimen. Aber auch bei Grundstücksgeschäften oder Verfügungen über Wertpapiere und Konten ist eine solche Genehmigung erforderlich.

Sollte der Betreute oder dessen Angehörige mit einer Entscheidung des Betreuungsgerichts bzgl. der Auswahl des Betreuers oder der festgelegten Aufgabenbereiche nicht einverstanden sein, können sie beim Amtsgericht Beschwerde dagegen einlegen. Dieses Recht haben neben dem Betreuten Ehegatten, Lebenspartner und Verwandte bis zum dritten Grad. Auch einer Person des Vertrauens des Betreuten kann dieses Recht eingeräumt werden. Sie können sich übrigens direkt an das Betreuungsgericht wenden, wenn Sie den Verdacht hegen, der Betreuer handelt nicht im Interesse des Betreuten oder
nutzt ihn aus. Dann wird ggf. ein Kontrollbetreuer bestellt oder der Betreuer wird entlassen.Tipps:Sollte der Betreute oder dessen Angehörige mit einer Entscheidung des Betreuungsgerichts bzgl. der Auswahl des Betreuers oder der festgelegten Aufgabenbereiche nicht einverstanden sein, können sie beim Amtsgericht Beschwerde dagegen einlegen. Dieses Recht haben neben dem Betreuten Ehegatten, Lebenspartner und Verwandte bis zum dritten Grad. Auch einer Person des Vertrauens des Betreuten kann dieses Recht eingeräumt werden. Sie können sich übrigens direkt an das Betreuungsgericht wenden, wenn Sie den Verdacht hegen, der Betreuer handelt nicht im Interesse des Betreuten oder
nutzt ihn aus. Dann wird ggf. ein Kontrollbetreuer bestellt oder der Betreuer wird entlassen.

Tipps:

-> Ein Betreuungsverfahren kann ganz leicht ins Rollen gebracht werden. Wenn Sie bei Ihren Angehörigen, Nachbarn oder anderen Menschen in Ihrer Umgebung den Verdacht haben, dass diese nicht mehr eigenständig zurechtkommen und Hilfe bzw. Unterstützung benötigen. Schreiben Sie einen formlosen Brief an das Amtsgericht in Ihrer Nähe oder rufen dort einfach an und teilen Ihre Bedenken mit!

-> Um bestmöglich Ihren Willen als Betroffene/r durchsetzen zu können, machen Sie sich im Vorfeld Gedanken über Ihre Zukunft. Stellen Sie beispielsweise Betreuungsverfügungen oder Vorsorge-/Generalvollmachten aus. Übrigens können Sie in Betreuungsverfügungen auch regeln, dass eine bestimmte Person auf keinen Fall das Amt des Betreuers für Sie übernehmen darf.

-> Betreuer werden durch das Gericht überwacht. Sie müssen zudem regelmäßig Rechenschaft ablegen. Dies ist ein entscheidender Unterschied zur Vorsorge- bzw. Generalvollmacht, bei der keinerlei Überwachung durch das Gericht stattfindet! Stellen Sie derartige Vollmachten also nur Personen aus, denen Sie wirklich vertrauen!

-> Gegen negative Entscheidungen des Gerichts kann nicht nur der betroffene Betreute Einspruch einlegen, sondern dieses Recht gilt auch für Ehegatten, Lebenspartner und Verwandte bis zum dritten Grad. Zulässiges Rechtsmittel ist die Beschwerde.

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Betreuung & Pflege Bianca Mattern Städte & Kultur

DIE DEMENZFREUNDLICHE STADT

Demenz ist immer noch ein Tabu-Thema, obwohl die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen täglich zunimmt. Aktuell gibt es bei uns 1,6 Mio. Menschen* die an Demenz erkrankt sind und es werden täglich mehr. Das sind immerhin 2% der Bevölkerung, mit anderen Worten gesprochen jeder 50.te! Das bedeutet, dass wir alle jeden Tag in unserem täglichen Leben mit einem Menschen mit Demenz zu tun haben, ohne es bewusst wahrzunehmen. Jeder von uns ist betroffen. Ob als Angestellter bei einer Behörde, als Arzthelferin in der Praxis, als Verkäuferin in der Bäckerei, als Servicekraft im Restaurant, als Polizist im Streifendienst, als Kartenabreißer im Kino, als Garderobiere im Theater, überall begegnen uns Menschen, die mehr oder weniger schwer demenziell erkrankt sind. Trotz dieser Ominpräsenz herrscht große Unsicherheit im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen. Wie soll ich mich verhalten? Was darf ich, was darf ich nicht? Wie erkenne ich?

Vor allem ist die Diagnose Demenz nicht einfach und wirft die Betroffenen und ihre Familien erst einmal aus der Bahn. Wenn diese bemerken, dass es Hilfestellungen gibt und die Umwelt auf sie verständnisvoll eingeht und eine Teilnahme am ganz normalen Leben weiterhin möglich ist, ob mit oder ohne Demenz, dann ist die Krankheit nur noch halb so schlimm.

Ich selbst beschäftige schon seit über 20 Jahren mit Demenz. Ich habe einen eigenes Betreuungs- und Beschäftigungskonzept entwickelt auf Basis der Montessoripädagogik für Senioren. Mit diesem Betreuungskonzept NONNA ANNA ® kämpfe ich seit vielen Jahren für das sogenannte
Normalitätsprinzip. Das bedeutet, dass Menschen mit Demenz ein Recht darauf haben, am Leben teilzunehmen und somit ein großes Stück Lebensqualität zu erhalten.

AUS DIESEM GRUND HABE ICH DIE KAMPAGNE
„DEMENZFREUNDLICHE STADT“ INS LEBEN GERUFEN UND DIE FUNKTIONIERT FOLGENDERMASSEN:

Am Anfang stehen Sie, die Bürger. Sie sind aufgerufen ihre positiven Erfahrungswerte mit,

• demenzfreundlichen Praxen,

• demenzfreundlichen Cafes,

• Restaurants,

• Gaststätten, Bistros etc.,

• demenzfreundlichem Einzelhandel (egal ob Lebensmittel- oder Bekleidungsgeschäfte)

• demenzfreundlichen Behörden

vorzuschlagen und damit POSITIV hervorzuheben.

Danach begutachtet eine unbhängige Jury, die aus Experten der verschiedensten Disziplinen besteht alle Vorschläge der Bevölkerung und verleiht den Institutionen und Betrieben die Plakate „Demenzfreundlich“.

Auf einer eigenen Homepage werden alle ausgezeichnete Betriebe aufgeführt und erleichtern den Angehörigen und/oder Betreuern das Aufsuchen von Ärzten, Krankengymnasten, Cafés, Restaurants und Gaststätten bzw. Geschäften aller Art. Mit der Auszeichnung DEMNEZFREUNDLICH, die gut sichtbar am Eingang des jeweiligen Geschäftes platziert wird, weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass das Personal mit den besonderen Herausforderungen im Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind Erfahrung hat und die nötige Freundlichkeit erwarten kann.

Diese Auszeichnung und Kampagne wird wiederum andere Geschäfte, Ärzte und Praxen in Passau zur Nachahmung animieren.

Das Pilotprojekt zur DEMENZFREUNDLICHEN Stadt entsteht gerade in der Stadt Passau und der österreichischen Stadt Schärding.

Deshalb rufen wir alle Passauer und Schärdinger Bürger auf, sich sehr rege an unserem Aufrufen zu beteiligen und uns das Geschäft oder die Behörde zu melden, die die Auszeichnung DEMENZFREUNDLICH verdient.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen und auf ein erfolgreiches Gelingen des Projekts DEMENZFREUNDLICHE Stadt – zum Wohle all jener, die von Demenz betroffen sind.

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Betreuung & Pflege

Beschäftigung und Betreuung als Schlüssel zur Lebensqualität

Die beiden Begriffe Beschäftigung und Betreuung sind feststehende Fachbegriff innerhalb der Seniorenpädagogik. Wenn sie in das Leben von Senioren einbezogen werden, vor allem bei Demenz oder anderen Handicaps, bedeutet das den Rückgewinn von Lebensqualität und die Rückkehr zum sogenannten Normalitätsprinzip. Lassen Sie mich diese Begriffe erklären, damit Sie verstehen, was ich meine:

Die Beschäftigung bedeutet, dass die Senioren oder Menschen mit Behinderung die Möglichkeit erhalten, sich gezielt mit einer Sache, einer Tätigkeit, einem Hobby auseinanderzusetzen und intensiv zu beschäftigen. Stellen Sie sich vor, ein Mann war zeitlebens regelmäßig am Stammtisch in seinem Wirtshaus um die Ecke. Dort hat er sich einmal die Woche mit einer Gruppe von Gleichgesinnten getroffen und war dabei glücklich und zufrieden. Nun ist er 80 Jahre alt und kann alleine das Haus nicht mehr verlassen. Der Pflegedienst kommt zu ihm ins Haus, um die pflegerischen Arbeiten durchzuführen. Waschen, Duschen, Tabletten bereitstellen, für das Essen sorgen, Verbände wechseln usw. Der Körper unseres Beispielmannes wird gut gepflegt. Doch was ist mit seiner Seele? Woher soll sie die nötige Seelennahrung erhalten? Sie ahnen meine Antwort: hier kommt die Beschäftigung ins Spiel. Sie geht individuell auf die Bedürfnisse, die Gewohnheiten und Vorlieben des Seniors ein und sorgt dafür, dass er/sie diesen Bedürfnissen uneingeschränkt nachgehen kann. Im Falle unseres Beispielmannes ist das der wöchentliche Gang in sein Lieblingswirtshaus.

Deshalb kommt der Betreuungsdienst zum vereinbarten Zeitpunkt vorbei, hilft ihm bei der Vorbereitung für den Ausflug und bringt ihn zum Lokal und unterstützt ihn bei allem, was den Wirthausbesuch angenehm macht. Der Mann hat durch diese Regelmäßigkeit in seinem Wochenrhythmus eine Struktur, die ihm Halt gibt, er hat Vorfreude, er hat eine wichtige Anregung für seinen Geist und seine Seele und er hat Lebensfreude und somit Lebensqualität. Die Beschäftigung ist somit die Tätigkeit dessen, was man immer gerne getan hat und immer noch tut. Der Betreuer, die Betreuerin machen die Beschäftigung möglich. Was für unseren Beispielmann der wöchentliche oder auch tägliche Wirtshausbesuch ist, ist für eine Kunstliebhaberin der Opernbesuch, der Kinobesuch, der Museumsbesuch oder die Gespräche über frühere Opernbesuche und Reisen.

Leidenschaftliche Köchinnen, frühere Büroangestellte, Sportler, Motorradfahrer, Tierzüchter, Bauern, Handwerker und Bastler, Schrauber… erhalten durch eine gezielte Beschäftigung mit den Inhalten ihres früheren Berufs- und Freizeitlebens Anbindung an das jetzige Leben und die Freude und Lebensqualität, die sie daraus bezogen haben.

Je nach Status der geistigen Fähigkeiten wird der Betreuer die Inhalte so anbieten, dass sie für den Betreuten fassbar sind. Das ist die wahre Kunst des Betreuers. Er muss zum einen die Gewohnheiten und Lieblingsbeschäftigungen eines Betreuten erfassen und erkennen und sie auf eine Weise anbieten, dass der Betreute darauf „anspringt“. Das Nonna Anna ® Beschäftigungskonzept hat für diese Problematik seniorenpädagogisches Beschäftigungsmaterial entwickelt, das die sinnvolle Beschäftigung unterstützt, ganz egal auf welcher geistigen Stufe der Senior oder Betreute mit Demenz steht. Dieses Material funktioniert auch ohne Worte.

Das Nonna Anna ® Beschäftigungskonzept arbeitet auf Basis der Montessoripädagogik, die sich wiederum orientiert an den Bedürfnissen des Betreuten und sehr individuell eingeht auf die Senioren und Menschen mit Behinderung. Dazu gehört auch, dass der Betreuer sehr sorgfältig ausgewählt wird aus dem NonnaAnna Team. Nicht jeder Betreuer verfügt über alle Fähigkeiten, die er/sie für einzelnen Betreuungsaufträge braucht.

Es gibt keinen Fall, keinen Schweregrad der Erkrankung, der nicht individuell betrachtet werden könnte und für den es keine adäquate Beschäftigung geben könnte.

Alle profitieren von einer gezielten, professionellen und liebevollen Beschäftigung. Der Senior, der von Demenz oder einem anderen Handicap betroffen ist, die betreuenden Angehörigen, die ein gutes Gefühl haben und vor allem wertvolle Freizeit und Auszeit für sich.

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Haus & Garten Ratgeber

Ein würdevoller Abschied von einem geliebten Haustier

Viele kennen das – man holt sich einen tierischen Liebling ins Haus, er wird schnell Teil der Familie und wie bei jedem Familienmitglied kommt leider auch für ihn irgendwann die Zeit des Abschieds. Für viele Kinder ist dies der erste Kontakt mit dem Thema Tod. Machen Sie bitte nicht den Fehler und erzählen Sie den Kindern, das Tier sei weggelaufen! Ein würde voller Abschied hilft der ganzen Familie und Kinder lernen dadurch mit ihrer Trauer umzugehen.

Dies kann, wenn es die Gemeindeverordnung erlaubt, eine Bestattung im eigenen Garten sein. Besteht diese Möglichkeit nicht, helfen professionelle Tierbestattungen. Hier wird das Haustier in seinem eigenen Körbchen abgeholt und zur Feuerbestattung gebracht.

Nach der Einzel-Einäscherung wird bei einem persönlichen Termin die individuell gestaltete Urne des Lieblings an den Tierbesitzer übergeben. Diese kann Zuhause aufgestellt, in einem angemieteten Grab auf einem Tierfriedhof beigesetzt werden, oder man verstreut die Asche am Lieblingsplatz des Tieres und behält die Urne zur Erinnerung.

Ein schönes Erinnerungsstück wie ein individueller Pfotenabdruck oder ein Schmuckstück aus bzw. mit den Haaren oder Federn des geliebten Haus tieres bewahren dieses vor dem Vergessen.

Die Trauer um ein geliebtes Haustier ist für viele genau so wichtig, wie um einen geliebten Menschen und Trauer gehört zum Leben.

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Lifestyle Ratgeber Sport & Gesundheit

CANNABIS: geschätzt – verflucht – neu entdeckt

Cannabis gehört zu der Pflanzenfamilie der Hanfgewächse und ist eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen, welche die Menschheit kennt. Der Wirkstoff wird aus den getrockneten Blüten der weiblichen Pflanze gewonnen. Je nach Cannabissorte mit einer unterschiedlichen Konzentrationen von THC, CBD und anderen Cannabinoiden.

Schon die alten Inder und Chinesen wussten vor tausenden von Jahren um ihre heilenden Kräfte und vor ca. 100 Jahren waren Cannabis/ Hanfmedikamente in jeder Hausapotheke in Deutschland zu finden. Für viele war es auch einfach nur ein billiger Tabak.

In der Zeit der Hippies war es die Modedroge schlechthin und wir alle erinnern uns noch an die Fotos der Blumenkinder mit ihren selbstgedrehten „Tüten“ und dem Beatles-Kulthit „All you need is love“. Durch eine aus den USA stark vorangetriebene Prohibition gegen Cannabis und der damit verbundenen Befürchtungen über Missbrauch traten die medizinischen Eigenschaften in den Hintergrund und eine Heilpflanze wurde zur „bösen“ Droge. Wie immer machen es die Dosis und der Anwender!

Seit März 2017 ist Cannabis in Deutschland als verschreibungspflichtiges Medikament zugelassen und erstattungsfähig und wird erfolgreich u.a. in der Schmerztherapie eingesetzt.

Wichtig ist dabei die individuelle Abstimmung mit dem Patienten und der Entwicklung, der für ihn passenden Cannabissorte nach THC- und CBD-Anteil. Die Abstimmung erfolgt über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen. Danach kann sich in vielen Fällen eine deutliche Verbesserung von Schlaf und Appetit, eine innere Ausgeglichenheit und vor allem ein Schmerzrückgang einstellen.

Viele Patienten berichten ganz allgemein von einer verbesserten Lebensqualität. Auch kommt es bei der richtigen Dosierung auf die Tageszeit an. Am Tag soll die Dosierung und jeweilige Sorte nicht “sedierend“ wirken und für die Nacht sollte sie den Schlaf fördern. Moderne Geräte wie ein Vaporizer helfen dabei sehr gut und Extrakte vereinfachen die Einnahme selbst für ältere Patienten.

Doch viele Ärzte scheuen sich noch von gewohnten, herkömmlichen „chemischen Keulen“, mit all seinen Nebenwirkungen, zurück zu „Mutter Natur“ zu wechseln. Auch die Krankenkassen sind hier nicht hilfreich, ganz im Gegenteil: Durch einen fast undurchschaubaren Wulst an Formularen und langen Wartezeiten bei der Genehmigung, machen sie es Arzt und Patient oft unnötig schwer.

Da sind uns die Kanadier um Jahre voraus! Dort wird auch das meiste Cannabis angebaut und geerntet, das in der Medizin Verwendung findet, denn in Deutschland ist der Anbau immer noch verboten. Um eine gleichbleibende Qualität der Inhaltsstoffe für die Patienten zu gewähren, ist ein aufwändiges Anbauverfahren in Gewächshäusern notwendig. Auch die Standards der Qualitätsprüfung und Verpackung sind genauestens genormt. So in Kanada geprüft, macht sich das Paket auf den Weg nach Deutschland, wo es sofort noch einmal kontrolliert wird. Doch bevor es der Patient von der Apotheke erhält, muss auch diese die Ware nochmals prüfen und das macht den Einkauf für den Patienten sehr teuer, wenn er kein Kassenrezept erhält!

Patienten, die eine Ausnahmegenehmigung vor dem März 2017 hatten und sich auf dem „freien Markt“ versorgten, wissen dies nur all zu gut.

Mein Fazit: Cannabis kann die Lebensqualität gerade bei Schmerzpatienten entscheidend verbessern. Vor allem ältere Patienten sind davon betroffen.

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Körper, Geist & Seele Ratgeber Sport & Gesundheit

SEX IM ALTER

Ein Tabu oder ein Thema über das MANN/FRAU dringend sprechen sollte?

Sexualität im Alter sollte kein Tabu sein. Manche Körperfunktionen mögen in Alter nachlassen und somit ändert sich auch die Art des Liebesakts. Körperliche Nähe, das Gefühl von Verbundenheit und Zärtlichkeit spielen hier eine große Rolle. Ganz entscheidend ist es, dass die Paare miteinander offen über ihre Wünsche und Bedürfnisse reden.

Genau darin liegt die Chance für reifere Paare: Sich die Zeit zu nehmen, um aufeinander zuzugehen, Neues zu lernen, die Sprache wiederzufinden, mutig zu sein, weil sie um den Wert der gemeinsamen Zeit wissen. Das Alter kann die richtige Lebensphase sein, um die eigenen Bedürfnisse wieder zu entdecken und eine Partnerschaft neu zu definieren.

BEI FRAUEN: LIBIDO UND MENOPAUSE

Die Beschwerden in den Wechseljahren führen bei vielen Frauen dazu, dass sie sich nicht mehr so attraktiv finden. Oft hängt es damit zusammen, dass sich der Körper verändert und somit auch die Lust auf Sex sinkt. Damit die Beschwerden gelindert werden und auch die Lust auf Sex wieder steigt, gibt es pflanzliche Präparate, wie z. B den Wirkstoff Moringa.

BEI MÄNNERN: POTENZ

Stress und Belastung sind oft Auslöser für körperliches Unwohlsein, wodurch die Lust auf Sex abnimmt. Im Alter ist dies ein ungewollter, aber meist nicht zu verhinderdner Nebeneffekt des Älterwerdens. In diesem Fall muss Mann nicht gleich zu chemischen Pillen greifen, sondern kann mit Hilfe von natürlichen Präparaten und Wirkstoffen, wie z. B. Maca und Ginseng, sein Leistungsvermögen steigern.

FRAUEN UND MÄNNER – BECKENBODENTRAINING

Die Übungen tragen im hohen Maße zu empfindsamem und erfüllendem Geschlechtsverkehr bei, denn: ein gut gestärkter Beckenboden steigert die Empfindsamkeit. Neben zahlreichen Übungen gibt es spezielle Beckenbodentrainer für Frauen, die dabei helfen die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.

NEUE ANREIZE MIT SPIELZEUG FÜR SIE UND IHN

Sex im Alter kann wunschlos glücklich und richtig Spaß machen. Grund hierfür: der Stress der Arbeit fällt weg, die Kinder sind aus dem Haus und man hat endlich wieder Zeit. Zeit für Zweisamkeit und Zeit dafür, Dinge auszuprobieren und seine Partnerschaft neuen Schwung zu verleihen. Hier ist auch wichtig, dass das Risiko, Sex zu haben kein Faktor mehr ist, der das Liebesspiel im negativen Sinne beeinflusst: die Wechseljahre sind durch und Paare können sich ohne Sorge auf Neues einlassen.

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Betreuung & Pflege Eva-Maria-Popp Freizeit Städte & Kultur

SCHÄRDING – EINE STADT MIT HERZ

Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ – ein Qualitätsmerkmal der besonderen Art

Die Stadt Schärding ist bekannt für ihren Charme, ihre Schönheit, ihre besondere Lebensart und für ihr gutes Essen. Jetzt ist noch ein neues, sehr wichtiges Attribut hinzugekommen. Seit einem halben Jahr ist Schärding, die Barockperle am Inn, aufgenommen in die Riege der Demenzfreundlichen Städte.

Die Initiative für diesen besonderen Titel ist von Bianca Mattern ausgegangen, die sich seit über 20 Jahren darum bemüht, dass das Thema Demenz in der Öffentlichkeit präsent ist. Sie hat dazu schon viele Bücher geschrieben und ist eine gefragte Interviewpartnerin in Funk und Fernsehen, wenn über das Thema Demenz informiert und diskutiert wird. Vor allem hat sie als eine der ersten die allseits anerkannte Montessoripädagogik in die Arbeit mit demenziell Erkrankten übertragen. Seither steht der Slogan „Selbstbestimmt leben mit Demenz“ über ihrer Arbeit. Mit ihrem Betreuungsdienst NONNA ANNA®, der auf der Basis der Montessoripädagogik arbeitet, sorgt sie für ein lebenswertes Leben trotz und mit Demenz.

Pflegende Angehörige und Betroffene selbst können sich ein Stück Lebensqualität zurückerobern, wenn NONNA ANNA® die Betreuung übernimmt. Diese Arbeit und die daraus resultierenden zahlreichen Erfahrungen, die Bianca Mattern während der vergangenen 20 Jahre gemacht hat, wenn es um die Präsenz von Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum geht, haben den Anstoß gegeben zur Initiative „Demenzfreundliche Stadt“. Das bedeutet, dass sich Kommunen, Vereine, Institutionen, Gewerbetriebe, Dienstleister und Händler in einer Stadt mit dem Thema Demenz beschäftigen. Sie erfahren in Schulungen, wie sie mit demenziell Erkrankten umgehen sollten, diese Krankheit erkennen, helfen und unterstützen können. Meist sind es nur ein paar gute Worte, Verständnis und der sensible Umgang, der nötig ist, um die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen optimal zu unterstützen, wenn Einkäufe, Arzt- oder Behördenbesuche anstehen.

Bianca Mattern ist sehr erfreut, dass sich die Stadt Schärding als Testkommune für dieses überregionale Pilotprojekt zur Verfügung gestellt hat, das zudem von der Euregio gefördert wird. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war hervorragend“, meint Bianca Mattern in ihrem Resümee. „Sowohl der Bürgermeister, als auch alle meine Ansprechpartner waren äußerst zuvorkommend und haben meine Bemühungen um Betriebe, die beim Projekt mitmachen wollten, stark unterstützt.“

Das Prädikat „Demenzfreundliche Stadt“ ist nicht nur für die betroffenen Familien in Schärding und Umgebung wichtig, sondern auch für Urlauber und Ausflügler interessant.

Schärding ist eine wunderschöne Stadt, eine Barockperle in Oberösterreich, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann und kulturell und kulinarisch vieles zu bieten hat. Ein geschichtsträchtiger Ort, an dem schon Kaiser und Könige verweilten – mit wechselvoller Zugehörigkeit – mal bayrisch, mal österreichisch, aber immer heimatverbunden.

Dazu gehört der obere Stadtplatz, genannt die Silberzeile, benannt nach den damals dort ansässigen, reichen Kaufleuten – die barocken Farbtöne gehen auf die mittelalterlichen Zunftfarben zurück, die Stadtpfarrkirche aus der Zeit des ersten Kirchenbaus um 1307 – 1703, im spanischen Erbfolgekrieg schwer beschädigt und im Anschluss im Barock wieder aufgebaut, der frühere Burghof, der 1895 zum Schlosspark umgestaltet wurde sowie das Kurhaus, ein ehemaliges Kapuzinerkloster aus dem 16. Jahrhundert.

Ein besonderer Höhepunkt sind die beliebten Innschifffahrten durch das wildromantische Untere Inntal zwischen Schärding und Passau. Hier zeigt sich an vielen Stellen noch sehr deutlich, mit welchen Gefahren die frühere Schifffahrt auf dem Inn verbunden war.

Neben Schärding ist auf der bayerischen Seite die Stadt Passau Partner dieses Pilotprojekts. Mit vielen Aktionen, wie z. B. mit Info-Ständen wird darauf hingewiesen und viele Geschäfte und Betriebe konnten dafür schon gewonnen werden. Der Taler „Demenzfreundlich“ soll Senioren und pflegenden Angehörigen bei der Suche nach Unternehmen helfen, beiden denen sie sich sicher sein können, dass sie gut aufgehoben sind und man auf ihre speziellen Bedürfnisse eingeht.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Zeilen Lust machen konnte auf diese schöne Stadt Schärding am Inn. Ich selbst bin gerne da und freue mich immer, wenn mich mein Terminkalender wieder dorthin führt. Wenn möglich nehme ich mir Zeit zu einem Spaziergang am Inn oder ich fahre weiter in den angrenzenden Sauwald, im Sommer zum Wandern, im Winter zum Langlaufen. Sie sind herzlich willkommen in dieser schönen Stadt, auch und gerade wenn Sie schon etwas in die Jahre gekommen sind. Die Stadt Schärding, das Land Oberösterreich und Österreich heißen Sie herzlich willkommen. Wir sehen uns demnächst in Schärding am Inn Ihre

Eva-Maria Popp

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Betreuung & Pflege

„Mama,was arbeitet NONNA ANNA®?“

Diese Frage stellt der kleine Michael seiner Mama beim gemeinsamen Frühstück, die als NONNA ANNA® Betreuerin arbeitet.

„Ja, das ist eine gute Frage, lieber Michi“, antwortet die Mama. „Ich kümmere mich darum, dass es den alten Menschen, zu denen ich regelmäßig fahre, um sie zu betreuen, gut geht. Sie sollen sich wohl fühlen. Manche können nicht mehr so gut gehen. Die anderen hören schlecht. Bei vielen lässt das Gedächtnis nach. Sie haben vieles vergessen, was sie mal in ihrem Leben gelernt haben. Deshalb sind sie oft sehr ängstlich und unsicher. Ich komme zu ihnen und dann machen wir aus, was wir gemeinsam unternehmen. Dazu muss ich vieles aus dem Leben der Menschen wissen, damit ich auch die richtigen Vorschläge machen kann.

Heute fahre ich in der Früh zu Herrn Maier. Er ist 78 Jahre alt und er ist dement. Früher war er Polizist. Von seiner Frau weiß ich, dass er seinen Beruf sehr gerne mochte. Vor allem war er damals viel unterwegs und auf den Beinen. Das mag er immer noch gerne. Deshalb komme ich einmal pro Woche zu ihm und wir gehen gemeinsam durch die Stadt. Er erzählt mir dabei, was er so alles erlebt hat. Seine Frau kann sich in der Zwischenzeit ausruhen und kann alles erledigen,
wofür sie ansonsten keine Zeit hat. Manchmal geht sie zum Friseur oder sie putzt das Haus.

Danach geht´s für mich weiter zu Liane. Wir nennen uns beim Vornamen. Das wünscht sie sich. Liane ist 85 Jahre alt. Früher war sie Lehrerin. Jetzt ist sie dement. Sie mag es, wenn wir uns über Blumen unterhalten. Ich habe deshalb das NONNA ANNA® Garten material
dabei und wir sprechen über die Blumenkarten. Ich bin immer wieder erstaunt, was Liane alles weiß, wenn es um Blumen geht. Sie kennt sogar die botanischen Namen, obwohl sie alles andere vergessen hat. Wenn wir noch Zeit haben und es das Wetter zulässt, dann gehen wir auch in die Natur. Dabei kommen wir ins Gespräch und Liane ist sehr glücklich. Nach unserer gemeinsamen Arbeit ist sie sehr müde und ich bringe sie zu Bett. Ihr Mann hat durch meine NONNA ANNA® Arbeit bei Liane sehr lange Zeit für sich. Die braucht er auch dringend, weil das Zusammenleben mit einem demenziell erkrankten Menschen sehr anstrengend sein kann.

Das sind zwei Beispiele, lieber Michi. Heute Abend, beim Bettgehen erzähle ich dir noch mehr. Jetzt ist es Zeit zur Schule zu gehen und für mich geht´s zu meinem Polizisten. Ich wünsche dir einen schönen Tag.“

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Betreuung & Pflege

AKTION „Demenzfreundliche Stadt“ Passau und Schärding machen vor, wie es geht.

Als ich den Begriff zum ersten Mal gehört habe, war meine Neugierde groß. Demenzfreundliche Stadt? Was kann ich mir darunter vorstellen? Wozu soll diese Aktion dienen?

Sicher stellen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser diese Frage. Darum habe ich für Sie bei der Initiatorin nachgefragt. Es handelt sich dabei um Bianca Mattern, die in Passau den Betreuungsdienst NONNA ANNA® betreibt und zusätzlich deutschlandweit als Referentin und Dozentin in Sachen Demenz sehr gefragt ist.
Bianca Mattern ist in ihrem Grundberuf Montessoripädagogin und Montessoritherapeutin und war vor vielen Jahren die erste, die die Errungenschaften der Montessoripädagogik auf Senioren und vor allem Menschen mit Demenz übertragen hat.

„Hilf` mir, es selbst zu tun!“ lautete der Wahlspruch von Maria Montessori. Dieser gilt auch für den Umgang mit Senioren. „Vor allem Menschen mit Demenz darf man nicht in Watte packen“, meint Bianca Mattern. „Sie brauchen eine Herausforderung und eine Aktivierung. Wer rastet der rostet, auch und gerade wenn er/ sie dement ist. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass Menschen mit Demenz am ganz normalen Leben teilnehmen können. Ein Tässchen Tee im Café, ein Konzertbesuch im Theater, eine Behandlung der Lieblingskatze beim Tierarzt, eine neue Brille beim Optiker, ein Gespräch in der Anwaltskanzlei in Sachen Testament, eine neue Bluse für die Feierlichkeiten zum runden Geburtstag. Es gibt so viele Gelegenheiten, für die es Dienstleister und Geschäfte braucht, die darauf vorbereitet sind, wenn Kunden kommen, die demenziell erkrankt sind.

Der Umgang mit Menschen mit Demenz braucht zum einen Verständnis und Geduld, zum anderen Fingerspitzengefühl und Wissen. Am wichtigsten jedoch ist die Bereitschaft. Das alles ist es, was wir mit der Verleihung des Talers „Demenzfreundlich“ auszeichnen wollen. Pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz wissen, dass sie in Betrieben, die von uns ausgezeichnet werden, gut aufgehoben sind. Sie können sicher sein, dass sie gut behandelt werden und dass es in diesen Unternehmen menschlich zugeht.“

Wer hat die Auszeichnung „demenzfreundlich“ verdient? Bitte schlagen Sie Unternehmen vor, mit denen Sie gute Erfahrungen gemacht haben! Wenn Sie selbst ein Unternehmen leiten, das demenzfreundlich arbeitet, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Städte und Kommunen, die mitmachen wollen bei der Aktion „Demenzfreundliche Stadt“, sind ebenfalls herzlich willkommen.